Das steckt hinter dem irren Phänomen

Skifahrerin traut ihren Augen nicht: Ihr erscheint ein mysteriöser Lichtkreis

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Schön und unwirklich: ein magischer Lichtkreis erscheint überm Sudelfeld.

Plötzlich sind da drei Sonnen am Himmel über dem Sudelfeld - und es öffnet sich ein dunkler Kreis. Was hinter dem äußerst seltenen Phänomen steckt.

Bayrischzell - Die Erscheinung traf Elisabeth Prommersberger aus Lenggries am Wochenende. Das Skigebiet Sudelfeld hatte am Samstag zum ersten Mal in dieser Saison seine Pisten geöffnet und einige Lifte angeworfen. Auch die Lenggrieserin war unter den ersten Abfahrern der Saison. Bei strahlend blauem Sonnenlicht und flirrender Kälte stieg sie in den Lift. 

Und oben am Berg ist er da plötzlich: Ein dunkler, magischer Kreis, mit einer hellen Sonne in seiner Mitte, flankiert mit zwei weiteren Sonnen. Das feine Auge entdeckt einzelne leuchtende Punkte um die beiden Sonnen, die wie Sterne genau außerhalb des Kreisradius‘ scheinen. Pommersberger ist fasziniert, wie gebannt, zückt aber glücklicherweise ihre Kamera. Doch was steckt hinter dem beeindruckenden Phänomen über den bayrischen Bergen?

Das steckt hinter dem fantastischen Phänomen

Alle Fans des Übersinnlichen müssen hier enttäuscht werden. Hier landen keine Aliens und Pommersberger wurde auch nicht von einer übernatürlichen Erscheinung heimgesucht. Dahinter steckt ein besonderes Licht- und Wetterphänomen, genannt Halo. Halo kommt vom griechischen „halos“, was bereits einen Lichtring oder eine Scheibe beschreibt. Als Halo wird heute ein optisches Phänomen beschrieben, das Auftritt, wenn die Strahlen der Sonne (oder des Mondes) auf Eiskristalle treffen - und dabei brechen. Sind die Eiskristalle richtig beschaffen, entstehen dabei die faszinierenden Lichterscheinungen.

Nur dann entsteht ein Halo:

Die Voraussetzungen dafür gibt es nicht oft: Damit Halos entstehen können, müssen die Eiskristalle möglichst regelmäßig gewachsen und durchsichtig klar sein. Bei sehr niedrigen Temperaturen kann sich in feuchter Luft Eisnebel bilden, kleinste Eiskristalle, die fast in der Luft schweben. Schneekanonen produzieren sie auch. Normaler Schnee funktioniert nicht, weil er aus sehr unterschiedlichen kristallinen Formen besteht. In großer Kälte kristallisiert Wasser bevorzugt zu zwei bestimmen Formen: Entweder sechseckige, dünne Plättchen, oder in ebenfalls sechseckige kleine Säulen. 

Aber nur der Eisnebel macht immer noch kein Halo. Sind die Teilchen zu klein, schweben sie einfach nur durch die Gegend und brechen das Licht wild in alle Richtungen. Haben sie aber die richtige Größe erreicht, beginnen sie zu fallen. Wenn es jetzt noch absolut windstill ist, nehmen sie dabei durch den Luftwiderstand alle exakt dieselbe Haltung in der Luft ein.

Wenn jetzt die Sonne in einem bestimmten Winkel einfällt, wird das Licht gezielt gebrochen und zeigt die fantastischen Bilder. Ein Halo entsteht. Am Sudelfeld sieht Elisabeth Pommersberger die mit häufigste Version eines Halos: Ein 22-Grad-Lichtring rund um die Sonne. In diesem Fall wird der Ring von zwei so genannten Nebensonnen flankiert. Das ist schon viel seltener der Fall. Sie werden durch waagrecht schwebende Eisplättchen hervorgerufen. Ein wahrlich seltenes Schauspiel, das es absolut Wert war, dafür die Kamera zu zücken.

kmm

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