Schon über 50 Tiere tot

So skrupellos sind die Welpen-Schmuggler

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Welpen in der Polizeistation.

Traunstein - Welpen-Schmuggler haben momentan Hochkonjunktur. Binnen kurzer Zeit hat die Polizei erneut einen Transport entdeckt. Dieses Mal waren es jedoch nur sieben kleine Mini-Malteser-Welpen.

Schon wieder hat die Polizei einen illegalen Welpentransport entdeckt. Am Samstagfrüh kontrollierten Beamte der Verkehrspolizei Traunstein auf der Rastanlage Hochfelln an der A 8 einen VW Bus mit Anhänger. Im Kofferraum entdeckten die Beamten einen Karton, in dem sieben kleine Mini-Malteser-Welpen zusammengekauert hockten. Der 30-jährige Fahrer konnte nur mangelhafte Dokumente für die Tiere vorlegen, die er – so seine Aussage – im Auftrag eines Dritten nach Amsterdam bringen sollte. Dort wären sie weiterverkauft worden.

Die Welpen wurden in die Dienststelle der Autobahnpolizei gebracht und gefüttert. Nachdem sie sich ein wenig erholt hatten, entstand das Foto oben.

Noch in guter Erinnerung dürfte der Schmuggel von insgesamt 217 Hundewelpen Mitte Dezember sein. Diese Tiere wurden auf mehrere Tierheime in Bayern verteilt. Doch einige waren so schwach und krank, dass sie „über die Regenbogenbrücke gegangen“ sind, wie das Nürnberger Tierheim betrübt schreibt. Rund 50 Welpen haben bislang nicht überlebt, und es wird befürchtet, dass noch mehr der Tiere sterben.

Je nach Rasse gibt es bis zu 1700 Euro

Wie das Traunsteiner Tagblatt berichtet, haben Geldstrafen keinerlei abschreckende Wirkung. 25 Euro bezahle ein Schmuggler für ein Jungtier, zitiert die Zeitung Andreas Brucker, den Geschäftsführer des Landesverbandes Bayern im Deutschen Tierschutzbund. „Je nach Rasse erlöst man dann beispielsweise für einen Weimaraner bis zu 1700 Euro.“ Bei deutschen Züchtern, die korrekt arbeiten, müsse ein Mehrfaches bezahlt werden. „Wenn ein Schmuggler erwischt wird, zahlrt er eine Sicherheitsleistung von bis zu 1000 Euro, fährt nach Hause und kommt Tag mit dem nächsten Transport wieder. Die wären blöd, wenn sie Drogen schmuggeln.“

Für die im Dezember entdeckten Hundewelpen sind bislang rund 115.000 Euro an Unterbringungskosten angefallen, dazu Tierarztkosten von mehr als 30.000 Euro. Zahlen muss dies das Landratsamt Berchtesgadener Land, denn diese Behörde hat die Welpen eingewiesen. Ob sie das Geld je wiederbekommt, ist mehr als fraglich, denn ein Eigentümer der Tiere konnte noch nicht ermittelt werden. Im Fall der am Samstag gefundenen Welpen musste der Fahrer pro Tier rund 1000 Euro an Sicherheitsleistung hinterlegen.

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