Anklage gegen Stefan B. (26) erhoben

So grausam starb Franziska (12)

Ein Taucher steigt am 17.02.2014 in den Rathei-Weiher zwischen Zell und Karlshuld im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen (Bayern) am 17.02.2014. Knapp ein Jahr nach dem Sexualmord an der zwölfjährigen Franziska in Neuburg a.d. Donau beginnt im Januar der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter.

Ingolstadt - Jetzt wird dem Mörder der kleinen Franziska der Prozess gemacht: Ab 19. Januar 2015 muss sich Stefan B. (26) vor dem Landgericht Ingolstadt verantworten. Die Anklage offenbart auch, wie grausam die Zwölfjährige sterben musste.

Am 15. Februar dieses Jahres war der 26-Jährige ziellos mit seinem auffälligen grünen Toyo­ta durch die Gegend um Nassenfels (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) gefahren, als er Franziska O. (12) an einer Skateranlage entdeckte. Er soll ihr so auffällig gefolgt sein, dass das Mädchen sich bedroht fühlte und einer Freundin eine SMS schrieb: „Da ist ein grünes Auto, das mir folgt.“ Kurz vor ihrem Heimatdorf Möckenlohe soll Stefan B. sie dann vom Rad gerissen und in seinen Wagen gezerrt haben. Was dann geschah, ließ sich nur durch den Befund der Rechtsmediziner nach dem Auffinden von Franziskas Leiche schlussfolgern – denn Stefan B. schweigt.

Laut Gerhard Reicherl, Sprecher des Landgerichts Ingolstadt, soll B. das Mädchen mit der Faust missbraucht und anschließend mit einem Holzscheit erschlagen haben. Ihre Leiche warf er in den Ratheiweiher bei Neuburg, wo sie erst nach 24-stündiger Suche gefunden wurde. Ihre Eltern hatten Vermisstenanzeige erstattet, nachdem sie am Samstagabend nicht heimgekehrt war. Stefan B. wurde kurz darauf gestellt. Im Verhör sagte er nur einen Satz: „Ich habe sie getötet.“

Ob sich das im Prozess ändert, ist unklar. Er wird vom Münchner Anwalt Adam Ahmed verteidigt. Der wollte sich vor dem Prozessauftakt nicht äußern. Sein Mandant muss sich in dem auf 18 Verhandlungstage angesetzten Verfahren mit einem weiteren Vorwurf auseinandersetzen: Er soll laut Anklage bereits 2013 eine Bekannte vergewaltigt haben und sich einen Monat vor dem Mord an Franziska an einer 13-Jährigen vergangen haben.

Diese Taten kamen durch die Ermittlungen der Soko zutage. Im August wurde gegen den wegen Sexual- und Gewaltdelikten Vorbestraften aus Egweil daher ein erweiterter Haftbefehl erlassen. 102 Zeugen und 18 Sachverständige werden im Prozess aussagen. Das Urteil soll am 29. April 2015 verkündet werden.

tz

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