45-jähriger Musiker prallt gegen Baum

Familienvater stirbt nach Faschingszug

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Gegen diesen Baum ist der Musiker auf dem Heimweg mit seinem Auto geprallt.

Söchtenau - Drei Musiker der Bad Endorfer Kapelle sind am Sonntag auf dem Heimweg vom Faschingszug in Bad Endorf nach Söchtenau verunglückt. Der Fahrer starb noch am Unfallort, seine Freunde wurden schwer verletzt.

Der Fasching ist auf dem Höhepunkt, aber zum Feiern ist in Bad Endorf und Söchtenau niemandem mehr zumute. Es herrschen Trauer und Fassungslosigkeit. Drei Musiker hatten beim Faschingszug in Bad Endorf (Kreis Rosenheim) noch für Stimmung gesorgt. Auf dem kurzen Heimweg nach Söchtenau – es sind keine acht Kilometer – hatten sie einen schweren Verkehrsunfal l. Der Wagen kam in einer Rechtskurve aufs Bankett, stellte sich quer und traf schließlich mit der Fahrerseite einen Baum.

Josef G., der 45-jährige Fahrer des Unfallautos, starb auf dem Weg ins Krankenhaus, die anderen beiden 41 und 72 Jahre alten Musiker wurden schwer verletzt. Die Nachricht von der tödlichen Tragödie verbreitete sich gestern in Söchtenau und Bad Endorf wie ein Lauffeuer.„Ganz Söchtenau steht unter Schock“, sagte der Gemeindesprecher Albert Maier. „Wir sind fassungslos. Der Sepp war einer unserer besten und beliebtesten Musiker“, sagte Josef Schlosser, Leiter der Musikkapelle Bad Endorf. Der 45-Jährige war ein geselliger Mensch, er engagierte sich in Söchtenau in vielen Vereinen: Er spielte im Fußballverein, war früher bei der Feuerwehr und als Lektor in der Kirche engagiert. Jeder kannte ihn. „Jeder hat ihn gemocht“, sagt einer seiner Bekannten. Bei der Musikkapelle Bad Endorf spielte er seit über 25 Jahren Trompete und Flügelhorn. Der 45-jährige Versicherungskaufmann hinterlässt eine Ehefrau und drei Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren.

Hier geschah der Unfall

Fasching: Tödlicher Unfall bei Söchtenau

Josef G. hatte sich für die Heimfahrt nach dem Faschingsumzug als Fahrer angeboten, weil er wegen eines Termins am nächsten Morgen ohnehin nichts trinken wollte. Für einen kurzen Moment verlor er auf dem Nachhauseweg die Kontrolle über seinen Audi. In der langgezogenen Rechtskurve kurz nach dem Weiler Stock stehen auf einer Strecke von mehreren hundert Metern nur zwei Bäume. Ausgerechnet gegen den ersten Stamm prallte das Auto mit der Fahrerseite, als der 45-Jährige den Wagen auf die Straße zurückzuziehen versuchte.

Aus Söchtenau kommen auch die zwei weiteren Insassen im Wagen. Sie wurden mit schweren Verletzungen in die Romed-Kliniken nach Rosenheim und Wasserburg gebracht, blieben aber offenbar von lebensbedrohlichen Organ- oder Kopfverletzungen verschont.

Vier Stunden zuvor hatten Josef G. und sein 41-jähriger Beifahrer zusammen mit 25 Musikern der Endorfer Kapelle an der Spitze des Faschingszugs aufgespielt – beide auf der Trompete. Der 72-Jährige, normalerweise als Dirigent oder auf der Klarinette im Einsatz, marschierte nicht mit und stieß erst später dazu, weil er etwas kränkelte. Nach Ende des Zugs – gegen 15.30 Uhr – mischten sich die Musiker im Endorfer Ortskern noch eine Weile unters Narrenvolk. Gegen 18.30 Uhr fuhren die drei Söchtenauer dann heim. Josef G. spielte auch Flügelhorn, war Jugendleiter und Chef der Zwölf-Mann-Kapelle, die bei kleineren Anlässen auftritt. Die entsetzten Mitglieder der Blaskapelle trafen sich gestern Abend spontan, um gemeinsam zu trauern. Niemand weiß, wie es jetzt weiter geht. Die nächsten Termine wurden alle abgesagt. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen“, sagte der Vorsitzende Josef Schlosser.

Von Ludwig Simeth und Markus Christandl

Weitere Details zum Unfall finden Sie bei rosenheim24.de

Alles zum Fasching finden Sie hier

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