Im Nürnberger Heimatministerium

Söder spricht über Gerangel um die Kanzlerkandidatur der Union - „Es geht nicht um mein Ego...“

Markus Söder vor dem CSU-Logo
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Markus Söder äußert sich zur Entscheidung über die Kanzlerkandidatur der Union.

Söder trat im April gegen Armin Laschet im Kampf um die Kanzlerkandidatur der Union an - und verlor. Jetzt äußerte er sich in Nürnberg zu der Entscheidung.

Nürnberg - Söder wollte Kanzler werden. Das Ende der Geschichte: Er konnte sich nicht gegen seinen Mitkonkurrenten in der Union, Armin Laschet, durchsetzen. Ein zehntägiges Gerangel um die offizielle Kanzlerkandidatur der CSU/CDU war dem vorher gegangen. Damals entschied sich der Vorstand der Union gegen Markus Söder - und der gab sich wiederum widerwillig geschlagen. Jetzt hat er den Nürnberger Nachrichten im Heimatministerium in Nürnberg* ein Interview gegeben, in dem er sich mehr als kampflustig zeigte und über den Ausgang der Kandidatenkür sprach.

Im Gespräch machte er klar, dass er mit seiner Kandidatur ein Angebot gemacht hatte, das ein großer Teil der Bürger erwartet habe. „Es hieß: Wenn die CDU* es wünscht, bin ich bereit, Verantwortung zu übernehmen“, sagte er. Söder erklärte, dass er breiten Zuspruch erhalten habe. Nicht nur von der Bevölkerung, sondern auch von der Parteibasis und aus der Bundestagsfraktion. „Aber ich habe immer gesagt: Breite Unterstützung heißt auch, dass neben Basis und Fraktion auch der Vorstand zustimmen muss - der hat sich nach langer und kontroverser Diskussion anders entschieden. Wir als CSU* respektieren und akzeptieren das.“

Söder äußert sich: Union habe mit Entscheidung für Laschet Chance verpasst

Allerdings verdeutlichte Markus Söder auch, dass die Union mit der Entscheidung eine Chance verpasst. Fest machte er diese Aussage an den Reaktionen aus der Bevölkerung und in den Umfragen. Doch auch der Zuspruch aus Teilen der Fraktion ließen ihn lobende Worte finden. „Dass zum Beispiel Bremer, Berliner und Baden-Württemberg Abgeordnete mit Feuer und Eifer für einen CSU-Kandidaten eintreten, ist nicht selbstverständlich“, sagte er. „Was in der Fraktion geschah, war für mich bewegend und rührend.“

Er selber zeigt sich überrascht von manchen Aussagen gegen ihn, die während des zehntägigen Machtkampfs aufkamen. „Wir haben darüber kein Wort verloren“, erklärte er den Nürnberger Nachrichten. „Mich überraschen diese kleinteiligen, reflexhaften Klischeebemühungen, die CSU und mich in eine bestimmte Ecke schieben zu wollen… Ich finde, wir haben in dieser Situation großen politischen Charakter gezeigt.“ Laut Söder gab es sehr viele Stimmen aus der zweiten und dritten Reihe der CDU, die gegen die CSU gestichelt haben sollen. Seiner Meinung nach gab es aus Bayern keine kritischen Stimmen Richtung Schwesterpartei. Den Kanzlerkandidaten Armin Laschet* wird er unterstützen, wie Söder deutlich machte.

Ministerpräsident Markus Söder in Nürnberg: „Es geht nicht um mein Ego...“

Sein Platz wird jetzt erst einmal weiter in Bayern bleiben und er will seinen Traum, den Ministerpräsidenten-Posten, weiter ausführen. „Es geht nicht um mein Ego, mich begeistert, Politik für die Menschen zu machen“, sagte er. Da gehe es nicht darum, welche Postleitzahl der Dienstsitz habe, sondern um die innere Überzeugung. „Es ist eine ganz große Ehre, für Bayern arbeiten zu dürfen“, sagte er der Zeitung. Allerdings machte er auch noch eine deutliche Kampfansage: „Mit mir muss man auch in Zukunft rechnen.“ Sowohl in seiner bayerischen Heimat als Ministerpräsident, als auch in Berlin als Parteivorsitzender.

Im Video: Markus Söder akzeptiert Ergebnis, dass Armin Laschet Kanzlerkandidat wird

Einen erneuten Antritt als möglicher Kanzlerkandidat der Union sieht er zum heutigen Zeitpunkt „für außerordentlich unwahrscheinlich“. Der Grund für ihn ist entweder eine Amtszeit Laschets oder eine noch längere der Grünen* Annalena Baerbock*. Außerdem befinde sich die Union momentan in einer schweren Notlage mit einem Umfragetief - und das fünf Monate vor der Wahl. (ly) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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