Aigner und Laschet

Kanzlerkandidat Söder? Am Nockherberg fallen klare Worte - „Der Markus kann alles“

Markus Söder live beim Nockherberg. Die Diskussion um seine Kanzler-Ambitionen wird ungewohnt deutlich.
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Markus Söder live beim Nockherberg. Die Diskussion um seine Kanzler-Ambitionen wird ungewohnt deutlich.

Beim digitalen Nockherberg 2021 treffen unter anderen Markus Söder, Armin Laschen, Olaf Scholz und Ilse Aigner zusammen. Und es fallen deutliche Worte zum möglichen Kanzlerkandidaten Söder.

München - Der Nockherberg hat noch gar nicht richtig angefangen, da kommt Armin Laschet zu Wort. „Ich verstehe, dass der Markus Söder* unbedingt in Bayern bleiben will. Wer so gut behandelt wird, der möchte da gar nicht weg.“ Manch einer will sich ungläubig die Ohren gerieben haben. Hat sich da der frisch gebackene CDU-Chef und Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen gerade ungewöhnlich klar zu seinen eigenen Kanzler-Ambitionen geäußert?

Kanzlerfrage in der Union: Laschet wird so deutlich wie noch nie

Bis dato hielten sich ja sowohl der Bayer Markus Söder als auch Laschet tunlichst zurück bei der Kandidaten-Diskussion in der Union. Aber spätestens mit diesem Satz scheint sich Laschet (Maxi Schafroth: „Der kleine Frechdachs“) für eine neue Öffentlichkeit in der Kanzlerfrage entschieden zu haben. Selbst Söder, am Bildschirm nebenan zugeschaltet, wirkt ein wenig verdutzt, ob so viel Deutlichkeit.

Nockherberg: „Markus-Ratgeber: In zwölf Monaten zum Kanzler“

Schafroth freilich walkt die ganze Kanzler-Diskussion später genüsslich durch seinen kabarettistischen Fleischwolf. Die besten Sprüche und den ganzen Nockherberg gibt‘s in unserem Live-Ticker zum Nachlesen*. Der Nockherberg-Redner empfiehlt Laschet und Scholz (ebenfalls per Video zugeschaltet) den „Markus-Ratgeber - in zwölf Monaten zum Kanzler“. Die besten Tipps daraus: „Streichle Lebewesen mit Fell.“ Und: „Egal aus welchem Ressort. Gute Nachrichten immer selber verkünden. Den Ministern am besten gar kein Rednerpult hinstellen.“ Klar, jedes Ressort brauche einen Minister. Das sei Vorschrift. Aber sei ja auch Vorschrift ein Reserverad im Auto zu haben. Deswegen fahre man ja nicht die ganze Zeit damit rum. „Merke: Reservereifen nur bei Pannen.“

Söder blinzelt der Kanzlerschaft zu, sagt Schafroth

Söder blinzle die Kanzlerschaft gerne an, sagt Schafroth weiter, und drehe ihr dann den Hintern zu. „Der Hubert weiß, was das im Tierreich bedeutet.“ Wenn der Wahlkampf ein 1000-Meterlauf bei den Bundesjugendspielen wäre, würde Scholz die ganze Strecke laufen und Söder kurz vor dem Ziel aus einem Busch springen und sagen: „War ja gar nicht so schwer.“ Söder lacht an diesem Abend viel, herzlich und manchmal hämisch und hat überhaupt nur Lob für Schafroths Auftritt übrig.

Kanzlerfrage - Laschet: „Werden einmal um den Tegernsee wandern und dann...“

Trotzdem, dieser Laschet-Satz am Anfang, der hat gesessen. Am Ende der Sendung klingt der CDU-Chef* immerhin etwas versöhnlicher: „Wir werden durch die bayerischen Alpen wandern und rund um den Tegernsee.* Wir werden in Aachen den Dom betrachten und dann werden wir beide einen guten Vorschlag machen und dann beginnt das Rennen.“

Kann Söder Kanzler? Ausgerechnet Ilse Aigner wird richtig fies

Aber dann legt am Ende ausgerechnet Ilse Aigner* nach. Ob das irgendwann auf ein Frühstück hinauslaufe, egal, ob in Aachen oder in Nürnberg, will die Moderation in Anspielung auf das Wolfratshauser Frühstück 2002 zum Abschluss von Aigner wissen. Erstmal weicht Aigner der Frage aus. Egal, zu welcher Tageszeit, es scheine klar, dass nach 16 Jahren in Berlin wieder ein Mann einzieht, und vielleicht sei dann ja wieder Platz in der Staatskanzlei für eine Frau. Bringt sich da Aigner in Stellung, bevor Söder überhaupt eine Entscheidung getroffen hat? Klingt so. Die Moderation hakt nach. „Ist Markus Söder in Bayern ersetzbar?“ Aigner kichert, macht eine etwas zu lange Kunstpause und sagt dann. „Nein, Markus ist natürlich nie ersetzbar.“ Und dann lässt sie sich diesen Zusatz nicht nehmen: „Und er kann alles.“ Also auch Kanzler meint sie wohl damit. Söder jedenfalls wirkt am Ende dieser Diskussion recht angesäuert. „Da hast du jetzt aber nochmal Glück gehabt mit der Antwort“, schießt er in Richtung Landtagspräsidentin, die sich sichtlich über ihren Gag freut.

Und das bleibt auch die offene Frage am Ende: War das alles nur Show? Am Ende alles nur gespielt? Wenn man Söders Minenspiel als Gradmesser nimmt, dann war da nichts gespielt und nichts abgesprochen. Und Laschet will Kanzler werden und Ilse Aigner Ministerpräsidentin von Bayern. Söder jedenfalls stehen spannende Monate bevor. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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