Die gefährliche Strahlung erhöht das Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken

Sommer-Sonne: So schön, so gefährlich

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Kinder haben eine dünnere Haut als Erwachsene, sie brauchen deshalb besonders viel Schutz. Brille und Hut sind dabei immer Pflicht.

Ihre Mittagspause verbringen die meisten Menschen bei diesem traumhaften Sommerwetter am liebsten unter freiem Himmel.

Im Eiscafé, auf einer Parkbank oder bei einem Bummel durch die Innenstadt. Doch was viele nicht wissen: Schon ein kurzes Sonnenbad kann die Haut nachhaltig schädigen – und damit das Risiko für Hautkrebs erhöhen!

Den aktuellsten Zahlen des bayerischen Krebsregisters zufolge erkrankten in Bayern im Jahr 2004 rund 2000 Menschen am malignen Melanom, dem bösartigen schwarzen Hautkrebs. „Und die Zahl der Neuerkrankungen steigt jährlich um rund sieben Prozent,“ sagt der bayerische Gesundheitsminister Otmar Bernhard. Verantwortlich für den erschreckenden Anstieg ist die gefährliche UV-Strahlung, die durch das ständig wachsende Ozonloch immer intensiver wird – in den letzten 30 Jahren hat die Ozonschicht in der Erdatmosphäre, die die schädlichen UV-A- und UV-B-Strahlen filtert, um zehn Prozent abgenommen!

Heißt im Klartext: Nicht nur in den sonnigen Urlaubsländern, sondern auch hier in Bayern kann die Sonne richtig gefährlich sein. Das Tückische an der UV-Strahlung: Wir merken nicht, wann sie für uns schädlich ist. Meteorologe Hans Claude vom Deutschen Wetterdienst: „Wir haben kein Sinnesorgan, mit dem wir die Stärke der Strahlung wahrnehmen können.“

Eins sollten alle Sonnenanbeter deshalb immer im Auge haben: den UV-Index (UVI). „Dieser Wert ist ein Maß für die sonnenbrandwirksame Bestrahlungsstärke der Sonne“, erklärt Hans Claude. In Bayern kann der UVI zwischen 1 (niedrige Belastung) und 9 (sehr hohe Belastung) liegen. Je höher der Wert, desto gefährlicher ist die UV-Strahlung für die Haut. „Bei einem UVI von 8 oder höher können helle Hauttypen ohne Sonnenschutz schon in weniger als 20 Minuten einen Sonnenbrand bekommen – ein Besuch im Straßencafé genügt da schon,“ sagt der Meteorologe.

Die Stärke der UV-Strahlung hängt vor allem vom Sonnenstand ab und verändert sich daher am stärksten mit der Jahreszeit und der geografischen Breite. Außerdem spielen die Höhenlage, die Bewölkung und die Dicke der Ozonschicht eine Rolle. Da viele dieser Größen sehr instabil sind, kann sich die Stärke der UV-Strahlung innerhalb von Stunden verändern! „Man kann deshalb nicht sagen, dass die Strahlung an bestimmten Orten generell gefährlicher ist als an anderen – sogar an der Zugspitze schwankt der UVI zwischen 1 und 9.“ In Deutschland sei lediglich ein leichtes Nord-Süd-Gefälle zu beobachten: „In Bayern ist die Sonne wegen der geografischen Breite und dem höherem Sonnenstand etwas gefährlicher als im Norden,“ sagt Hans Claude. Er rät, sich täglich im Internet über die UV-Strahlung zu informieren und je nach Stärke entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen (siehe links unten). Dann steht einem gesunden Sonnengenuss auch nichts im Weg.

So verhalten Sie sich richtig

Informieren Sie sich über die Stärke der UV-Strahlung und nutzen Sie die UV-Index-Prognosen im Internet ( www.uv-index.de , www.bfs.de ).

Bei einem UV-Index (UVI) zwischen 0 und 2 sind keine Schutzmaßnahmen nötig.

Liegt der UV-Index zwischen 3 und 7, sollten Sie während der Mittagszeit (11 bis 15 Uhr) die Sonne meiden und sich mit Sonnencreme, Hut und Sonnenbrille sowie entsprechender Kleidung schützen. Ohne Sonnenschutz droht schon nach 20 bis 30 Minuten ein Sonnenbrand!

Bei einem UV-Index von 8 oder höher können Menschen ohne Sonnenschutz schon nach weniger als 20 Minuten einen Sonnenbrand bekommen. Vermeiden Sie es möglichst ganz, sich in den Mittagsstunden außerhalb des Hauses aufzuhalten, und schützen Sie sich unbedingt mit sonnenundurchlässiger Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenbrille.

Beachten Sie vor allem im Urlaub, dass Reflexionen an Wasser, Sand, Schnee die Stärke der UV-Strahlung erhöhen.

Warum Kinder besonders gefährdet sind

Kinder und Babys brauchen besonders starken Schutz vor der Sonnenstrahlung, weil ihre Haut viel empfindlicher als Erwachsenenhaut ist.

Zum einen ist Kinderhaut viel dünner als Erwachsenenhaut – das gilt besonders für die Hornhaut, die viel der UV-Strahlung absorbiert. Auch die Zellen, die den braunen Farbstoff Melanin als eine Art Lichtschutz vor dem schädlichen Einfluss der UV-Strahlung bilden, sind bei Kindern noch nicht so zahlreich vorhanden wie bei Erwachsenen. Zudem haben die meisten Kinder noch nicht das Wissen über die Gesundheitsrisiken der Sonne wie die Erwachsenen und können noch nicht für ihren eigenen Schutz sorgen, sondern sind auf die Hilfe der Erwachsenen angewiesen.

Der Bayerische Apothekerverband rät daher, beim Sonnenschutz von Kindern und Babys Folgendes zu beachten:

Bis zum Ende des ersten Lebensjahres sollten sich Babys nur im Schatten aufhalten und zudem mit einem Sonnenschirm, luftiger Kleidung und einer Mütze geschützt werden. Keine Sonnencreme verwenden: Die enthaltenen Stoffe können bei der dünnen Babyhaut zu Irritationen führen.

Bei älteren Kindern ist eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor zwischen 20 und 30 wichtig. Doch Vorsicht: Sonnenschutz wirkt nicht unbegrenzt. Die pralle Mittagssonne ist für Kinder generell tabu.

Beim Baden sollten Kinder ein T-Shirt oder spezielle Badekleidung tragen.

Die Kinderschuhe sollten bequem sein und den Fuß vollständig bedecken. Verzichten Sie auf Sandalen.

Zeigen Sie Ihrem Nachwuchs, wie man sich richtig vor der Sonne schützt – die Kleinsten lernen am Vorbild.

Finden Sie Ihren Hauttyp

Hauttyp 1 (Keltischer Typ): Betrifft zwei Prozent der Mitteleuropäer; Merkmale: helle Haut mit Sommersprossen, blaue Augen, rötliche Haare; Eigenschutzzeit: 5 bis 10 Minuten.

Hauttyp 2 (Hellhäutiger Europäer): Betrifft etwa 12 Prozent der Mitteleuropäer; Merkmale: helle Haut, blonde Haare, graue, blaue oder grüne Augen, bräunt schwer; Eigenschutz 10 bis 20 Minuten.

Hauttyp 3 (Dunkelhäutiger Europäer): Betrifft 78 Prozent aller Mitteleuropäer; Merkmale: dunkelblonde bis braune Haare, graue oder braune Augen; Eigenschutz 15 bis 25 Minnuten.

Hauttyp 4 (Mediterraner Typ): Betrifft rund acht Prozent der Europäer; Merkmale: hellbraune Haut, dunkelbraune Haar und braune Augen; Eigenschutz 30 bis 40 Minuten.

So schützt Sie Creme richtig

Experten raten dazu, sich mindestens eine halbe Stunde vor dem geplanten Sonnenbad mit einer ausreichend schützenden Sonnenlotion einzucremen. Grundsätzlich gilt die Rechenformel Verweildauer : Hauttyp (s.o.) = Lichtschutzfaktor. Ein Rechenbeispiel: 120 Minuten : 10 Minuten für Hauttyp II = mindestens Lichtschutzfaktor 12. Als Nächstes gilt es, die maximale Zeit zu berechnen, die Sie sich in der Sonne aufhalten können, ohne krebsrot zu werden. Das geht so: Eigenschutzzeit Ihres Hauttyps x Lichtschutzfaktor. Auch hier ein Rechenbeispiel: Hauttyp II mit 10 Minuten Eigenschutzzeit x Lichtschutzfaktor 12 = maximal 120 Minuten Aufenthalt in der Sonne. Ist der Lichtschutzfaktor ausgereizt, kann die Bräunungszeit nicht durch erneutes Auftragen der Lotion verlängert werden.

Quelle: tz

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