Bombenalarm am Gymnasium Tutzing - Polizei durchsucht Gebäude

Bombenalarm am Gymnasium Tutzing - Polizei durchsucht Gebäude

Bei Zeltlager der Militärseelsorge

Übungshandgranate explodiert: Bub (12) verletzt

+
Die eingeschraubte Handgranatenladung einer Übungshandgranate vom Modell DM48A2. Nach Lösen des Sicherungsstiftes zündete die Ladung und eine Stichflamme kam aus dem Ladungsrohr.

Spatzenhausen – Eine Übungshandgranate hat einen zwölfjährigen Buben schwer verletzt. Die Waffe explodierte während eines Zeltlagers der Militärseelsorge in Spatzenhausen in dessen Hand. Die Eltern machen der Bundeswehr aber keine Vorwürfe.

Das Zeltlager der Pöckinger Militärseelsorge hat Tradition. Seit mehr als 30 Jahren verbringen Kinder von Bundeswehrangehörigen auf dem Standortübungsplatz in Spatzenhausen eine Woche ihrer Sommerferien. Passiert ist bisher nie etwas. Das änderte sich am vergangenen Freitag. Ein Bub (12) hatte beim Spielen die Reste einer Übungshandgranate entdeckt, die in seiner Hand detonierte.

Was war passiert: Der Bub wollte die Waffe genau unter die Lupe nehmen und hob diese auf. Plötzlich hatte er den scharfen Zünder der Übungsgranate in der Hand: der explodierte. Mit Verbrennungen zweiten Grades wurde der Jettinger (Baden-Württemberg) in die Murnauer Unfallklinik (UKM) gefahren. „Fabian weiß selbst, was er da für einen Mist gebaut hat“, sagt Alfons Hutter, Militär-Dekan aus Fürstenfeldbruck. Hutter kümmerte sich gemeinsam mit den Krisenintervention Team Garmisch-Partenkirchen um die anderen Kinder im Lager und die Eltern des verletzten Buben. „Die Mutter macht den 15 Betreuern keine Vorwürfe“, betont Hutter. „Die hätten alles getan, was notwendig war.“ Sie kenne ihren Sohn und wisse, dass er da wahrscheinlich selbst daran schuld ist.

Die 55 Kinder (zwischen 8 und 15 Jahren) werden von den 15 Betreuern vor Beginn des einwöchigen Zeltlagers extra auf gewisse Verhaltensweisen auf dem Militärgelände hinweisen. Und zu diesen Regeln gehört auch, dass beim Finden von möglichen Waffen, Munition oder anderen Überresten, die Aufpasser zu verständigen sind und das Ganze natürlich nicht aufgehoben werden darf. „Das ist ein Riesen-Gelände“, erklärt Hutter. „Für die Jugendlichen gibt es eigentlich ein Terrain, auf dem sie spielen können.“ Aber extra abgesperrt ist auf dem rund 135 Hektar großen Gelände – auf dem heuer auch der Murnauer Kulturknall stattfand – nichts. Hutter kennt sich aus. Der Dekan war lange Jahre in der Kaserne in Mittenwald stationiert, und immer wieder in dem Zeltlager zu Gast. „Ich habe dort auch dieses Jahr den Abschlussgottesdienst gehalten.“

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, das ist bislang noch völlig unklar. Im Moment ermitteln Bundeswehr und Polizei. Besonders zuversichtlich ist Joachim Loy, Murnaus Polizeihauptkommissar, nicht. „Es wird wohl nichts Großes dabei herauskommen.“ Warum und wie lange die Granate dort lag, muss zum Beispiel geklärt werden. Auch der Sprecher der Streitkräfte Basis in Bonn, weiß nichts genaueres: „Die Untersuchungen laufen.“

Das ist auch im UKM der Fall. Hutter hat den verletzten Buben und seine Mutter besucht. „Soweit geht es ihm schon wieder ganz gut“, berichtet er. „Ich nehme an, dass er noch diese Woche nach Hause darf.“

Matthias Strehler

Auch interessant

Meistgelesen

Triathletin Julia Viellehner ist gestorben
Triathletin Julia Viellehner ist gestorben
82-Jähriger rast mit 180 über Bundesstraße – der Grund ist skurril
82-Jähriger rast mit 180 über Bundesstraße – der Grund ist skurril
Tote und Verletzte bei Unfall in Bayern
Tote und Verletzte bei Unfall in Bayern
Mann bei Autoverkauf total ausgerastet
Mann bei Autoverkauf total ausgerastet

Kommentare