Mit Spazierstock: Mann prügelt Freundin blutig

Kirchseeon - Es war nicht das erste Mal, dass der arbeitslose Mann (35) aus Kirchseeon zuschlug. Am 15. November allerdings schlug er so fest zu, dass er seitdem im Gefängnis in Stadelheim sitzt.

In der Früh um neun Uhr packte er einen Spazierstock mit Metallknauf und prügelte so sehr auf seine Lebensgefährtin (55) ein, dass der Metallknauf zerbeult wurde. Sie erlitt eine Schädelprellung und brach sich das Schulterblatt.

Jetzt saß der alkoholkranke Mann, der schon sieben Mal vorbestraft ist, wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht München II.

Angefangen hatte das Unheil schon am Vorabend des 15. November 2009. „Sie hat nicht gesagt, wo sie hingeht“, erzählte der Angeklagte, ein gelernter Straßenwärter. Daraufhin sei er zum Bahnhof nach Grafing gefahren und habe drei bis vier Bier und drei bis vier Schnaps getrunken - auch vorher hatte er schon ordentlich gebechert. Nach einem Streit in einer Wirtschaft nahm ihn schließlich die Polizei mit und brachte ihn in die Ausnüchterungszelle nach Ebersberg. In der Früh ging er heim - seine Lebensgefährtin war schon da. Er wollte wissen, wie sie ohne Schlüssel in die Wohnung gekommen sei. Doch die Frau antwortete nicht. Das ärgerte den Kirchseeoner: „Dann bin ich mit dem Stock auf sie losgegangen, weil ich stocksauer war.“ Während der Schläge schrie er: „Ich bringe dich um!“

Nachbarn alarmierten die Polizei. Die fand die Frau blutüberströmt vor. Auch im Wohnzimmer war alles voll Blut. Die Beamten nahmen den Kirchseeoner mit - doch schon vor der Fahrt musste der 35-Jährige noch eine Flasche Bier trinken, weil er Entzugserscheinungen hatte. Die Blutanalyse ergab mittags einen Alkoholwert von 2,17 Promille.

Seine ehemalige Lebensgefährtin, ebenfalls Alkoholikerin und arbeitslos, schilderte eine zerrüttete Beziehung. Etwa einmal im Monat habe ihr Ex-Freund sie verprügelt. Schon 2005 habe er sie brutal geschlagen. Er habe die Frau damals „windelweich geprügelt“, sagte der Richter, „man könnte meinen, das sei eine angewohnte Umgangsform.“

Der Angeklagte wollte sich bei der Tat am 15. November auf den vielen Alkohol herausreden: „Ich mach das normalerweise nicht.“ Da wurde der Richter sauer: „Erzählen Sie doch keine Märchen. Sie sind zum fünften Mal wegen Körperverletzung vor Gericht.“ Das Landgericht verstand nicht, wieso der Angeklagte vom Amtsgericht Ebersberg zuletzt wieder Bewährung gekriegt hatte.

Der Angeklagte entschuldigte sich beim Opfer. „Ich wünsch dir was“, ergänzte er. „Ich wünsch dir auch was“, sagte seine Ex-Freundin. Diesen Wunsch konnte er brauchen. Denn er muss jetzt sechs Jahre ins Gefängnis.

Von Nina Gut

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