Keine Kooperation mit FW

SPD: Nein zum Volksbegehren über G8

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Kein Volksbegehren: Christian Ude.

München - Die bayerische SPD will sich nicht an einem Volksbegehren der Freien Wähler zur Wahlfreiheit zwischen dem acht- und neunjährigen Gymnasium beteiligen.

Die Wähler sollten bei der Landtagswahl am 15. September lieber für einen Politikwechsel stimmen, sagte SPD-Spitzenkandidat Christian Ude am Dienstag in München. Wie Grüne und Freie Wähler lehne die SPD das jetzige System des achtjährigen Gymnasiums ab, sagte Ude.

Anders als zum Zeitpunkts des Volksbegehrens gegen die Studiengebühren sei die Landtagswahl aber nun nur noch wenige Monate entfernt: „Vorher ist niemandem die Herbeiführung eines Volksentscheids möglich - und nachher ist sie auch gar nicht mehr nötig.“ Ude möchte, dass Schüler im Freistaat frei entscheiden können, ob sie acht oder neun Jahre an der Schule bleiben.

Die Freien Wähler hatten am Wochenende ein Volksbegehren zur Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 noch vor der Landtagswahl am 15. September angekündigt.

Bei einer Debatte im Landtag betonten die Freien Wählern ihre Ambitionen:„Wir wollen mehr Rechte für Schüler, wir wollen mehr Rechte für Eltern“, sagte Generalsekretär Michael Piazolo. Ähnliche Initiativen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz hätten gezeigt, dass Wahlfreiheit möglich sei.

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) verteidigte hingegen sein Konzept, dass Schüler vom nächsten Schuljahr an in der Mittelstufe ein zusätzliches Jahr, das sogenannte Flexibilisierungsjahr, einlegen können. „Wir geben dem einzelnen Schüler mehr Zeit, aber nicht dem System“, sagte Spaenle.

Martin Güll, bildungspolitischer Sprecher der SPD, kündigte an, ein anderes Konzept mit Lehrern, Eltern und Schülern finden zu wollen: „Dr. Spaenle, so macht man Bildungspolitik: mit den Menschen zusammen.“ Er sei sich sicher, dass das Volk flexible Lernzeiten wolle - die CSU dagegen habe nur Unruhe ins Gymnasium gebracht.

Renate Will (FDP) warf den Freien Wählern vor, das Thema gezielt vor der Landtagswahl aufzugreifen: „Es geht doch nur darum, dass man jetzt populistisch ein Wahlkampfthema gefunden hat.“

Wer in welchem Bundesland regiert

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Der Bayerische Philologenverband kritisierte, die Debatte im Landtag habe „keinen wirklich überzeugenden neuen Entwurf für ein wieder um ein Jahr verlängertes und zugleich qualitätsvolles Gymnasium erkennen lassen“. Verbandschef Max Schmidt sprach sich daher für das Flexibilisierungsjahr aus. Dieses müsse aber so attraktiv sein, dass Schüler und Eltern es als gute Alternative zum achtjährigen Durchgang empfänden und gerne annehmen würden.

dpa/lby

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