63 Jahre nach Absturz: Große Suchaktion im Starnberger See und Ammersee

Spezial-Boot soll die Wracks orten

Das Bild zeigt eine Unterwasseraufnahme eines Flugzeugwracks.

München - Es war ein Vermerk in einer amerikanischen Militärakte, der zwei Angehörigenfamilien neue Hoffnung brachte.

Die Hoffnung, endlich die sterblichen Überreste zweier US-Bomber-Piloten in ihre Heimat zu überführen – nach mehr als 60 Jahren. Die Aktennotiz führt nach Bayern, ins Fünfseenland. Dort seien die Kampfpiloten in den Starnberger See und den Ammersee gestürzt. In den nächsten Wochen suchen deshalb US-Experten mit einem Spezialboot und Sonargeräten die beiden Gewässer nach den Wracks ab – es ist eine Suche, die den Angehörigen die letzte Gewissheit bringen soll.

Die Maschinen waren Teil einer Formation, die kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, im Juni und Juli 1945, einen Übungsflug über dem Fünfseenland absolviert hatte. Dabei kam es zu einem Unfall und einem technischen Defekt. Die Piloten, die neben den Unglücksmaschinen des Typs Republic P 47 Thunderbolt geflogen sind, sagten aus, dass ihre Kollegen in die beiden oberbayerischen Seen gestürzt seien.

Die Militärakten, in denen Details zu den Abstürzen vermerkt sind, „sind jetzt erst gefunden und an eine Stiftung weitergeleitet worden“, sagt Wilhelm Göbel (69). Er ist Oberst a. D. der deutschen Luftwaffe und berät das gemeinnützige amerikanischen Unternehmen Underwater Admiralty Services (UAS), das mit der Suche nach den beiden Flugzeugwracks beauftragt worden ist.

Für die Suchaktion auf den beiden Gewässern ließen die Fachleute eigens einen acht Meter langen und 3,50 Meter breiten Katamaran in Bayern anfertigen. In den kommenden Tagen finden die ersten Testfahrten statt. Wilhelm Göbel ist zuversichtlich: „Dann muss der TÜV das Boot nur noch abnehmen“.

Mit Sonargeräten werden die Seen bis vorraussichtlich Ende November mit Hilfe von Schallwellen untersucht, um die vermissten Maschinen zu orten. Der jetzige Einsatz dient dabei „lediglich der Datensammlung. Die Bergung würde dann erst nächstes Jahr erfolgen“, sagt Berater Wilhelm Göbel. „Wir sind uns ziemlich sicher, dass wir die Maschinen finden werden“.

Die erforderlichen Genehmigungen für die Suchaktionen auf dem Starnberger See und dem Ammersee wurden von den beteiligten Behörden bereits erteilt. „Dabei ging es um die Einhaltung der bayerischen seeschifffahrts- und wasserschutzrechtlichen Vorschriften“, sagt Roland Schneider, Leiter des Ordnungsamt vom Landratsamt Starnberg,

Würden die beiden Wracks tatsächlich gefunden , wäre es nicht die erste Bergung eines Flugzeugwracks aus dem Starnberger See. Vor mehr als zwanzig Jahren wurde vor Tutzing eine abgestürzte Arado gefunden. Das Landratsamt Starnberg (Telefon 0851/148321) sucht deshalb Zeitzeugen, die etwas über weitere Flugzeugabstürze oder versunkene Boote oder Schiffe wissen.

MK/JAM

Quelle: tz

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