Im Freibad in Kulmbach

Sprung ins leere Becken: Männer standen unter Drogen

Kulmbach - Zwei Männer sind im Juli vom Sprungturm einem Freibades in Kulmbach in ein leeres Becken gesprungen und dabei ums Leben gekommen. Nun hat die Polizei ihre Ermittlungsergebnisse veröffentlicht.

Benjamin und Thomas sind tot. Gestorben, weil sie vom Zehn-Meter-Turm im Kulmbacher Freibad gesprungen waren, obwohl in dem Becken kein Wasser war. Warum, fragten sich Angehörige und Freunde der beiden jungen Männer. Jetzt hat das Polizeipräsidium Oberfranken die Ermittlungsergebnisse veröffentlicht.

Demnach waren die beiden 20 und 24 Jahre jungen Männer in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli mit mehreren Bekannten in der Kulmbacher Innenstadt unterwegs. Nach Mitternacht trennten sich die Wege. Benjamin (24) und Thomas (20) kletterten über einen Zaun ins Freibadgelände und stiegen von hinten auf die Sprunganlage. Offenbar war ihnen entgangen, dass die Anlage wegen Sanierungsarbeiten bereits das ganze Jahr geschlossen und das Becken leer war.

Die beiden legten ihre Oberbekleidung ab und kletterten über eine Plattform auf den Sprungturm. Dann sprangen sie über zehn Meter in die Tiefe und schlugen auf dem Beckenboden auf. Dabei erlitten sie tödliche Verletzungen.

Untersuchungen ergaben, dass beide erheblich alkoholisiert waren. Zudem standen sie unter dem Einfluss von Cannabisprodukten und von Ecstasy. Überprüfungen der Polizei ergaben, dass auch nachts ohne Schwierigkeiten zu erkennen war, dass sich kein Wasser im Becken befand. Die Absperreinrichtungen rund um den Sprungturm waren in Ordnung.

V. Pfau

Rubriklistenbild: © dpa

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