Der Traum vom Winterwunderland

Weiße Weihnachten: Was sagt die Statistik?

München - Der Countdown bis Weihnachten läuft und viele Bayern quält vor allem eine Frage: Wird es an Heiligabend Schnee geben? Ein Blick auf die Statistiken verrät, wie die Chancen heuer stehen.

So sah es am 23.12.1999 in Reichersbeuern bei Bad Tölz aus.

Weiße Weihnachten - das ist nicht nur für Kinder ein großer Wunschtraum. Zum Fest gehören die watteweichen Flocken eben genauso dazu wie das Christkind selbst. Doch wie wahrscheinlich sind weiße Weihnachten in Oberbayern eigentlich? Die Statistiken verraten, wie die Chancen heuer stehen.

Es ist ein weitverbreiteter Glaube, genährt von Kinderbüchern und Märchen, dass an Weihnachten in Bayern traditionell Schnee liegt. Doch warum gab es in den vergangenen Jahren an Heiligabend vielerorts kein weißes Fest? Ist etwa die Klimaveränderung schuld?

Jein, weiß Gerhard Hofmann, Leiter des Regionalen Klimabüros in München. "Statistisch gesehen gibt es in München etwa alle drei Jahre Schnee an Heiligabend", erklärt er. Zwar werde die Klimaerwärmung in den kommenden Jahren dazu führen, dass weiße Weihnachten in Bayern noch seltener werden, jedoch: "Kurz vor Weihnachten kommt in vielen Jahren das sogenannte Weihnachts-Tauwetter, eine ausgeprägte Westwetterlage mit milder Luft vom Atlantik zum Zuge, das eine meist vorhandene Frostperiode Anfang Dezember mit milder Temperatur und Schneeschmelze beendet."

Das heißt im Klartext: Weiße Weihnachten sind hierzulande eigentlich eher selten. Die folgende Statistik zeigt, wie viele Zentimeter Schnee es in München und Garmisch-Partenkirchen in den vergangenen 60 Jahren an Heiligabend gegeben hat.

Auf den ersten Blick ähneln sich beide Graphen im Kurvenverlauf sehr. An beiden Orten gingen die Schneehöhen in den vergangenen 60 Jahren auf und ab. Doch bei genauerer Betrachtung fällt auf: In München gab es deutlich mehr Jahre, in denen am 24. Dezember keine einzige Schneeflocke verzeichnet wurde. Das verwundert kaum, denn München liegt mit einer Höhe von 515 Metern gute 200 Meter tiefer als Garmisch. In 38 von 60 Jahren war Weihnachten deshalb grün. Immer wenn Frau Holle an Heiligabend ihre Betten ausschüttelte, also in den restlichen 22 Jahren, dann lagen durchschnittlich gleich 6,9 Zentimeter Schnee in München. In Garmisch-Partenkirchen ist die statistische Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten um ein Vielfaches höher. In lediglich neun Jahren seit 1954 feierten die Ortsansässigen ohne Schnee.

Wie häufig ist Schnee an Heiligabend eigentlich in Oberbayern? Auch auf diese Frage liefert die Statistik eine Antwort. Die folgende Grafik betrachtet wiederum die beiden Standpunkte München und Garmisch-Partenkirchen. Deutlich wird: In München gab es vergleichsweise selten weiße Weihnachten: zu 30 Prozent. In Garmisch ist die Schneehäufigkeit deutlich höher. Zu beinahe 83 Prozent wurde hier bei klischeehaftem Weihnachtswetter gefeiert.

Ob es heuer in Oberbayern weiße Weihnachten geben wird, das lässt sich derzeit noch nicht vorhersagen. Die Voraussetzungen sind allerdings gut. Die Wärmeperiode der letzten Wochen findet dieser Tage ein Ende. Auch die Statistiken prognostizieren gute Chancen, hat es doch in München seit 2005 keinen Schnee mehr am 24. Dezember gegeben. Wir finden: Jetzt wird's mal wieder Zeit! Schließlich soll doch angeblich in jedem dritten Jahr Schnee in München fallen. Ob sich wohl auch Frau Holle von unseren Statistiken überzeugen lässt?

vin

Rubriklistenbild: © dpa

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