A93 und A8 betroffen

Lkw-Blockabfertigung: Stau-Chaos an der Tiroler Grenze sorgt für Ärger

Eine Maßnahme der Tiroler Landesregierung hat am Freitag massive Auswirkungen auf den Reiseverkehr auf der Inntalautobahn und der A8.

Kiefersfelden/Kufstein - Zum Auftakt in die Schulferien und in das verlängerte Feiertagswochenende brauchen viele Urlauber am Grenzübergang Kiefersfelden/Kufstein Geduld und gute Nerven. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd spricht von „teilweise erheblichen Verkehrsbehinderungen“

Mit einem Pilotversuch will die Tiroler Landesregierung Staus im Großraum Innsbruck verhindern und insgesamt den Transitverkehr durch Tirol unattraktiver machen. Am Grenzübergang zwischen Kiefersfelden und Kufstein werden deshalb seit Freitagmorgen um 5 Uhr Lastwagen gezählt. Zuvor galt das Nachtfahrverbot auf der österreichischen A12 zwischen Kufstein und Innsbruck. Maximal 300 Lkw werden seitdem pro Stunde durchgelassen. Die Tiroler Landesregierung will damit ein Zeichen gegen den Lkw-Verkehr setzen. Innerhalb von Minuten kam es zu größeren Lkw-Stauungen auf dem rechten Fahrstreifen, teilt die Polizei mit. 

„Die Belastungsgrenze für Mensch und Natur im Unterinntal ist überschritten“, erklärte Tirols Landeshauptmann Günther Platter zuvor schon dem Merkur. Am Brenner werden 2017 deutlich mehr als zwei Millionen Lkw unterwegs sein, prognostizierte Platter. Das wäre ein neuer Rekord. Er fordert eine länderübergreifende, einheitliche Lkw-Maut von München bis Verona, um die Schiene als Alternative für den Gütertransport attraktiver zu machen. Während die Lkw-Maut in Tirol pro Kilometer 88 Cent beträgt, sind es in Bayern lediglich 16 Cent und in Südtirol 17 Cent. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kritisierte die „Brechstangen“-Politik der Nachbarn. Die Blockabfertigung sei ein Verstoß gegen den Grundsatz der europäischen Warenverkehrsfreiheit.

Höhepunkt am Vormittag erreicht?

Am Vormittag kam es zwischen Brannenburg und dem Grenzübergang Kiefersfelden bereits zu kilometerlangen Staubildungen. Der Stau reichte von der A93 auf die A8 und dort bis zur Anschlussstelle Irschenberg zurück, wie rosenheim24.de* berichtet. Gegen Mittag hatte sich die Verkehrslage zunächst entspannt. „Es wird langsam besser“, sagte ein Sprecher der Verkehrspolizei Rosenheim dem BR

Die Spitze des Lkw-Rückstaus scheint schon erreicht worden zu sein. Dennoch kann es auch im weiteren Tagesverlauf noch erhebliche Verkehrsbehinderungen auf der bayerischen Seite geben. Die Verkehrspolizei ist mit verstärkten Kräften im Einsatz. Die Beamten versuchen die Auswirkungen der Blockabfertigung und die damit einhergehenden Gefahren zu minimieren. Hierzu gehört auch Sorge dafür zu tragen, dass Lkw-Fahrer nicht auf den linken Fahrsteifen der A93 ausweichen. Immer wieder müssen auch abgelenkte oder unaufmerksame Lkw aufgefordert werden, weiterzufahren, wenn sich vor ihnen bereits größere Lücken gebildet haben.

*rosenheim24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Rubriklistenbild: © dpa

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