Stiftung spendiert 78 (!) Messgeräte

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Johann Walser von der Gemeinde Weyarn: „Dank der Tempo-Messer können wir Klagen über Raser besser beurteilen“.

Erschreckend: Rein statistisch gesehen ereigneten sich im letzten Jahr im Kreis Miesbach 5,8 Unfälle mit Verletzten pro 1000 Einwohner.

Die Zahlen alarmierten auch Wolfgang Pegler. Der 70-jährige Unternehmer aus Heilbronn verlor vor 32 Jahren seinen Sohn bei einem Unfall. Seitdem ist es ihm eine Herzensangelegenheit, sich für mehr Sicherheit im Straßenverkehr einzusetzen. Er gründete eine Stiftung, die an Gemeinden in unfallträchtigen Landkreisen in ganz Deutschland Tempo-Messer verschenkt. Das sind die Geräte, die Autofahrer freundlich auf ihre Geschwindigkeit aufmerksam machen: „Sie fahren jetzt …“ Stückpreis: 2500 Euro.

Rund 400 Tempomesser der Pegler-Stiftung stehen schon in Deutschland, nun trudelte dieses Angebot auch in den 17 Miesbacher Landkreisgemeinden ein – und löste erst einmal Erstaunen aus. Josef Bierschneider, Bürgermeister in Kreuth, vermutete sogar zunächst eine Falle: „Ich dachte, da kann doch was nicht stimmen.“ Doch als sich kein Haken fand, forderte er fünf Geräte an. „Unsere Bürger hatten immer wieder mal wegen solcher Geräte angefragt“, berichtet er dem Miesbacher Merkur, „inzwischen sind sie installiert“. Sein erstes Fazit: „Man hat schon den Eindruck, dass langsamer gefahren wird.“ Michael Pelzer, sein Kollege aus Weyarn, bestellte sieben Geräte, die Nachbarn aus Holzkirchen sogar zehn. Insgesamt stellte die Pegler-Stiftung im Landkreis 78 (!) Tempo-Messer auf. Gesamtwert: 195 000 Euro.

Pegler ist überzeugt, dass die Geräte Wirkung zeigen. Zwar wüssten die Autofahrer, dass die Anzeige nur eine Warnung sei und keine Bußgelder fällig würden, „trotzdem nehmen sie das Fuß vom Gas. Das ist ein psychologisches Phänomen“. Und wie sieht’s die Polizei ? „Kon-trollen sind durch die Geräte nicht zu ersetzen“, meint Hans-Jörg Krüger, der im Kreis für das Sachgebiet Verkehr zuständig ist. Trotzdem hält er die Aktion für eine gute Idee. Denn: „Grundsätzlich ist alles okay, was sich positiv auf das Verkehrsverhalten auswirkt.

Und wie ist das Echo aus der Tempo-Zone bei Wolfgang Pegler? Bedankt habe sich noch keiner der Bürgermeister, meint er gelassen.„Aber das ist kein bayerisches Phänomen.“

JM

Quelle: tz

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