Streibl-Sohn zieht jetzt in den Landtag

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Florian Streibl (45) ist Rechtsanwalt und zieht nun als Landtagsabgeordneter ins Maximilianeum ein.

In die große Politik wollte er nie. Und doch zieht Florian Streibl nun für die Freien Wähler ins Maximilianeum.

Hautnah hat er mitbekommen, als sein Vater 1993 über die sogenannte „Amigo-Affäre“ stürzte, „wie sich Parteifreunde plötzlich verhalten können, wenn sie Macht wittern“. Für Florian Streibl (45) war dies „eine sehr lehrreiche Zeit“. Und doch: Der Oberammergauer hat seinen Vorsatz nun doch gebrochen, heute ist sein erster Arbeitstag im Maximilianeum. Völlig unerwartet war Streibl bei der Landtagswahl als Kandidat der Freien Wähler von Platz 16 auf 4 vorgewählt worden. Damit hatte der gelernte Jurist und Zweite Bürgermeister des Passionsdorfes den Sprung ins bayerische Parlament geschafft.

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In den vergangenen Tagen und Wochen hatte sich der 45-Jährige immer wieder mal ertappt bei Gedanken wie „Mensch, jetzt bist du bald Abgeordneter des Bayerischen Landtags“. Heute schlägt für den zweifachen Familienvater die Stunde der Wahrheit, wenn der neue Landtag um 15 Uhr im Plenarsaal zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentritt. Zusammen mit 20 weiteren Kollegen der Freien Wähler nimmt Streibl im neuen Landtag Platz. Bereits mehrmals hat sich der 45-Jährige in den letzten Wochen mit seinen Kollegen getroffen: „Wir sind ein recht bunter Haufen. Gut finde ich, dass alle direkt aus dem aktiven Berufsleben kommen und somit wissen, wo die Leute der Schuh drückt.“ Auch Gabriele Pauli hat Streibl schon kennengelernt, und ist von ihr auch sehr angetan: „Sie war 18 Jahre Landrätin in Fürth und ist eine Vollblut-Politikerin, das merkt man deutlich. Sie gliedert sich sehr gut bei uns ein, und auch wenn sie in manchen Punkten einen etwas anderen Blickwinkel hat, so kann dies nur förderlich sein.“ Eine Wohnung wie andere Abgeordnete wird Florian Streibl in München nicht beziehen: „Ich pendle hin und her.“ Desweiteren plant der 45-Jährige, „mindestens einen Tag in der Woche“ der Arbeit in seiner Rechtsanwaltskanzlei nachzugehen. Die Wochenenden indes, darüber ist sich Florian Streibl schon bewusst, werden „ziemlich verplant“ sein mit Festen, Eröffnungen und anderen Veranstaltungen: „Das geht jetzt mit den Leonhardiritten schon los.“ Und die eigene Familie? „Die freie Zeit, die mir noch bleibt, muss ich künftig eben noch intensiver nutzen.“ Als Rechtsanwalt war er bisher jeden Mittag daheim. Ab heute wird alles anders. Und die politischen Fußstapfen seines Vaters Max, in die Florian Streibl treten wird, so groß sie manchmal mitunter auch sein mögen, sie werden ihn vielleicht erinnern an früher. Auch an die schönen Seiten, die die Politik durchaus auch haben kann.

Quelle: tz

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