Fürst Albert schäumt

Streit nach der Wahl zur Bayerischen Bierkönigin

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Links der Internet-Kommentar von Fürst Albert zur Wahl der neuen Bierkönigin: Doch der Veranstalter Brauerbund wie auch Königin Maria Krieger widersprechen

München - Die Wahl zur Bayerischen Bierkönigin sorgt für Ärger. Fürst Albert von Thurn und Taxis wittert eine Verschwörung und hat seinem Unmut öffentlich freien Lauf gelassen.

Sieben fesche Kandidatinnen, 320 Zuschauer, und dazu zig Halbe – doch es gab halt nur einen Titel zu vergeben: Den erhielt bei der Wahl zur Bayerischen Bierkönigin Maria Krieger (27) aus Riedenburg (Kreis Kelheim), deren Familie einer Brauerei vorsteht. Obwohl das Ergebnis eindeutig für sie sprach, taucht nicht gerade verhaltene Kritik an der Wahl auf. Prominentester Vertreter aus dem Lager – Fürst Albert von Thurn und Taxis, der eine Konkurrentin kennt. Mit seinem Internet-Pseudonym schrieb er mit bewusst orthografischer Schwäche, dafür alles in Großbuchstaben: „EINE FRECHHEIT – EINE UMPFERSCHÄMTHEIT – EINE VERSCHWÖRUNG!“

Fürst Albert von Thurn und Taxis

Klar ist jedenfalls, dass vor der Wahl in der Alten Kongresshalle zu München etliche Beobachter andere Favoritinnen notiert hatten – Eva Maria Karl (29) aus Nittendorf (Kreis Regensburg ) etwa, die auch schon das vorangegangene Online-Voting mit 6534 Stimmen knapp vor Krieger für sich entschieden hatte. Karl wurde am Ende nicht einmal Dritte. Die Facebook-Freunde von ihr wollen aber nach einem Bericht des Regensburger Wochenblatts schon hier „verdächtige Online-Bewegungen“ bei Brauerei­tochter Krieger „immer um Mitternacht“ herum ausgemacht haben. Und zum Wahlabend, wo Besucher wie eine fünfköpfige Jury das endgültige Wort sprachen, sollen zwei Busse voller Krieger-Unterstützer angereist sein. Der Sinn dahinter: viele Stimmen aus dem Saalpublikum für die Maria.

Der Geschäftsführer des Veranstalters Bayerischer Brauerbund, Walter König, muss sich nun seit Tagen den Anschuldigungen erwehren. Er widerspricht massiv. Von den 320 Besuchern bei der Wahl, von denen zudem die Hälfte Ehrengäste waren, sprachen sich über ein Ted-System 28,5 Prozent für Krieger aus: erster Platz. Und drei aus der Jury sahen die Riedenburgerin ebenfalls in Ted-Abstimmung vorne. Alles in allem war der Brauerei­tocher (36,7 Prozent der Stimmen nach allen Abstimmungsverfahren) der Titel nicht zu nehmen. Schon die Zweite – Veronika Huber – war mit 15,2 Prozent weit abgeschlagen. König sagte zudem zum Vorwurf der angekarrten Busladungen: „Die Fanblocks aller Teilnehmerinnen dürften gleich groß gewesen sein – so zwischen 14 und 18 Leute.“ Das beteuert auch die Mutter der Siegerin. Die neue Königin selbst will den Wirbel um ihre Person nicht allzu ernst nehmen. „Natürlich ärgert man sich im ersten Moment, wenn man davon hört“, erzählte Maria Krieger dem Donaukurier. Und: „Nichts davon ist wahr.“

Brauerbund-Chef König versteht eh nicht, weshalb plötzlich nachtarockt wird. „Wir hätte es schließlich jeder der Sieben gegönnt. Weshalb sollten wir da die Wahl manipulieren?“ Schwoam mas oiso obi – bis nächstes Jahr …

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