Bruch mit Tradition

Streit: Nürnberger Fastnacht heuer ohne Schembartläufer

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Der Nürnberger Faschingszug muss heuer ohne Schembartläufer auskommen.

Nürnberg - Die traditionsreichen Schembartläufer streiten mit den Veranstaltern: Erstere werden heuer nicht beim Nürnberger Faschingszug dabei sein. Dabei waren sie es doch, die den ersten Faschingszug im 15. Jahrhundert organisierten.

In Ankündigungen berufen sich die Veranstalter des Nürnberger Faschingszugs gerne auf die Jahrhunderte alte Tradition des Narrentreibens. Jene, die die Tradition einst begründeten, sind aber wegen eines Streits an diesem Sonntag gar nicht dabei.

Er gilt als der älteste Faschingszug Deutschlands - aber jene Narren-Gruppe, die die Tradition vor mehr als 600 Jahren begründete, wird dieses Jahr gar nicht an dem Umzug teilnehmen. Grund ist ein Streit zwischen den Nürnberger Schembartläufern, die im 15. Jahrhundert den ersten organisierten Faschingszug in Deutschland veranstaltet hatten, und den Nürnberger Zug-Veranstaltern.

Die Schembartläufer seien nach der Erfahrung vom Vorjahr enttäuscht, dass „die Zug-Veranstalter anscheinend nicht die historische Bedeutung der Schembartläufe für den Nürnberger Faschingsumzug erkannt haben“, beklagte der stellvertretende Vorsitzende der Nürnberger Schembart-Gesellschaft, Horst Kaufmann, am Freitag.

Entgegen der Absprache habe das Zugkomitee die Schembartläufer im Vorjahr mitten im Zug platziert. Dort seien die Klänge ihrer unverstärkten historischen Instrumente in der lautstarken Disco-Musik der benachbarten Zug-Wagen völlig untergegangen. In den Jahren davor seien die Schembartläufer mit ihren kurzen Tanzdarbietungen stets an der Zugspitze gelaufen. „Wir hätten dieses Jahr gerne wieder teilgenommen. Aber unter diesen Bedingungen macht das für uns keinen Sinn“, sagte Kaufmann.

Der Erste Vorsitzende des Fördervereins Nürnberger Fastnachtszug, Walter Hahn, räumte ein, dass die Auftritte der Schembartläufer nicht so ganz ins Konzept des Zugs passten. „Sie haben eine eigene Art, sich zu präsentieren. Dabei halten sie den Zug auf, das führt dazu, dass der Zug abreißt. Und das wollen wir auf keinen Fall“, berichtete Hahn. Grundsätzlich aber sei der Förderverein an der Teilnahme der Schembartläufern am Nürnberger Faschingszug interessiert: „Wir wollen, dass sie mitlaufen.“

dpa

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