Youtube-Clip aus Brasilien

Strohballenmörder meldet sich per Video

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So präsentiert sich Thomas Lankes in einem YouTube-Video.

München - Irrsinnige Welt! Während die Justiz in Straubing verzweifelt versucht, den flüchtigen Strohballenmörder zurück nach Deutschland zu bekommen, meldet sich dieser von seinem Fluchtort Brasilien aus.

Höchst modern wählt Thomas Lankes dazu das Internet: Via YouTube und Facebook tritt er mit der Außenwelt in Kontakt.

„Ich kümmere mich momentan selbst um einen Rückflug“, gibt der 34-jährige Verbrecher in einem YouTube-Video an. In einem weiteren Film beteuerte er hingegen erneut seine Unschuld. Die Behörden in Deutschland hätten einseitig gegen ihn ermittelt und ihn sofort als einzig möglichen Täter gesehen. Mit den Videos will er nun Klarheit in den Fall bringen.

Thomas Lankes, der als „Strohballenmörder“ bekannt wurde, sollte Mitte August eine lebenslange Haftstrafe antreten. Laut eigener Facebook-Auskunft erhielt er am 20. August einen Bescheid der Polizei, dass er am darauffolgenden Tag im Gefängnis erscheinen müsse. Kurzerhand packte er seine Sachen. Als Polizisten ihn in seiner Wohnung in Straubing abholen wollten, war er schon verschwunden (tz berichtete). Seitdem sitzt er in Brasilien an der Copacabana und sagt: „Es war keine Flucht.“ Schließlich sei er bereits von Ende Juni bis Mitte Juli nach Brasilien zu seiner Familie gereist. „Hätte ich Fluchtpläne gehabt, wäre ich schon bei der ersten Reise hier geblieben.“ Warum er trotzdem direkt nach dem Anruf die Koffer packte, erklärt der verurteilte Mörder nicht.

Auslieferungsersuchen läuft weiter

Nach Überzeugung des Landgerichts Regensburg hatte Lankes im Februar 2007 seinen Onkel aus Habgier getötet und die Leiche zwischen Strohballen in der Nähe des Straubinger Tierparks abgelegt. Das Oberlandesgericht Nürnberg hatte im März den Haftbefehl gegen den Mann aufgehoben – bis zur Entscheidung über eine Revision. Als diese verworfen wurde, erfuhr dies der 34-Jährige vor der Staatsanwaltschaft und nutze den zeitlichen Vorsprung zur Flucht.

Während er mit der deutschen Justiz in Kontakt ist, verfolgt Thomas Lankes laut Facebook die Berichterstattung über ihn in den deutschen Medien. Auch nutzt er die Plattform, um laufende Berichte über sich zu kommentieren und seine Sicht des Falles zu schildern.

Seit Mittwoch postet der 34-Jährige auch sakrale Bilder: Ein aus Holz geschnitzter Christo soll ihm Kraft und Hoffnung schenken. Für ein neues Verfahren? Dazu müsste Lankes erstmal nach Deutschland zurückkehren.

Ob der Verbrecher wirklich in den Flieger steigt, bleibt unklar. „Wenn er zurückkommt, erledigt sich unser Rechtshilfeersuchen von selbst“, sagte Klaus Dieter Fiedler von der Staatsanwaltschaft Straubing am Mittwoch. Das Auslieferungsersuchen bei den brasilianischen Behörden laufe jedoch derzeit weiter.

tz

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