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Würzburg spart mit drastischen Maßnahmen Strom und Gas: „Leider jetzt schon notwendig“

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Von: Katarina Amtmann

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Festung Marienberg, Alte Mainbrücke
Würzburg wird mit verschiedenen Maßnahmen Strom und Gas sparen. © IMAGO / imagebroker

Um Gas und Strom zu sparen greift eine weitere Stadt in Bayern zu zahlreichen Maßnahmen. Auch eine „folgenschwere“ sei dabei, so die dritte Bürgermeisterin.

Würzburg - „Würzburg spart Strom und Gas“ - so betitelt die unterfränkische Stadt ihre Pressemitteilung vom Freitag, 5. August. Demnach ergreifen die Stadt, die katholische Kirchen sowie die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung „Maßnahmen, um schon jetzt Gas und Strom zu sparen.“

Ab Montag (8. August) werden im Stadtbild „bis auf Weiteres“ Beleuchtungen, die für die Sicherheit nicht relevant sind, abgestellt. Gleiches gilt für Pumpen von Brunnen, in denen keine Fische leben. Zudem wird die Stadt Würzburg auch Schwimmbäder schließen.

Würzburg spart Strom und Gas: „Maßnahmen leider jetzt schon notwendig“

„Die Maßnahmen sind leider jetzt schon notwendig und wir folgen damit anderen Städten wie Nürnberg oder München“, wird Oberbürgermeister Christian Schuchardt in der Mitteilung zitiert. „Wir können nicht in die Zukunft blicken und wissen nicht, wie viel Gas in den nächsten Monaten bis zum Winter geliefert wird. Aber uns allen muss klar sein: Ohne ausländische Gaslieferungen wären die nationalen Gasspeicher, auf die auch für die Versorgung von Stadt und Land zurückgegriffen werden muss, innerhalb von zwei bis zweieinhalb Monaten leer, je nach Strenge des nächsten Winters“, macht Schuchardt deutlich.

Um mit den Gasvorräten und vor dem Hintergrund nicht einschätzbarer Liefermengen über den Winter zu kommen, sollte also gerade jetzt schon so viel Gas gespart werden wie möglich.

Würzburg spart Gas und Strom - Die Maßnahmen im Detail

„Die potenziell energiesparendsten Maßnahmen setzen bei Beleuchtung, Raumwärme und PCs an. Laut statistischen Erhebungen zieht Beleuchtung die größten Strommengen in Verwaltungsgebäuden. Schon eine Stunde weniger Grundbeleuchtung am Arbeitsplatz der städtischen Verwaltungsmitarbeiter kann bis zu 45.000 kWh/a Strom einsparen“, teilt die Stadt mit. Das entspricht dem jährlichen Verbrauch von ungefähr 15 Zwei-Personen-Haushalten.

Städtische Mitarbeiter sollen soweit möglich bei Tageslicht arbeiten, die wenigen Klimaanlagen im Rathaus soweit als möglich nicht betrieben werden. Weitere Maßnahmen sehen den vorgezogenen, weiteren Austausch von bisherigen Ampelleuchtmitteln zu sparsamen LED-Leuchten vor.

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Strom sparen: Stadt Würzburg beleuchtet weniger Fassaden

Fassaden in der Stadt werden nicht mehr beleuchtet. Betroffen von der Maßnahme sind unter anderem:

Eine vollständige Liste hat die Stadt Würzburg auf ihrer Homepage veröffentlicht. Es gibt allerdings Ausnahmen, „die in Sicherheitsaspekten begründet sind“, heißt es. Beleuchtet bleiben deshalb unter anderem die Fassade der Residenz (von hier aus wird auch der Residenzplatz beleuchtet), der Dom (leuchtet auch Domvorplatz und Kiliansplatz aus) sowie die Marienkapelle.

Gaskrise 2022: Tipps zum Sparen

Gas und Strom sparen: Kaum mehr sprudelnde Brunnen in Würzburg

„Im Würzburger Stadtbild werden künftig fast keine sprudelnden Brunnen mehr zu sehen sein. Es werden aus Ersparnisgründen nur die beiden großen, der Kiliansbrunnen am Hauptbahnhof und der Vierröhrenbrunnen am Grafeneckart, Wasser führen“, teilt die Stadt im Detail mit.

Brunnenpumpen, die die Sauerstoffzufuhr für Fische sicherstellen, laufen weiter. Diese sind: Pleicher See, Erthal-Brunnen – Schönbornbrunnen - Burkarder See - Klein-Nizza und Japangarten LGS-Gelände 1990.

Gas-Krise: Stadt Würzburg schließt drei Schwimmbäder

Drei Schwimmbäder schließen als Maßnahme: Das Franz-Oberthür-Bad wird nach dem 12. August schließen „und das Sandermare, das seit Frühjahr 2020 aufgrund baulicher Schwierigkeiten ohnehin nur für das Vereins- und Schulschwimmen zur Verfügung steht, wird ebenfalls Mitte August vom Netz gehen. Das Nordbad befindet sich bereits im Ferienbetrieb, eine Öffnung muss im Herbst mit dem Landkreis besprochen werden“, so die Stadt.

Das Wasser des abgelassenen Nordbads steht übrigens nach Abbau des Chlors dem Gartenamt zum Gießen der Bäume zur Verfügung, es sind immerhin 400 m³ - ein Vorgehen, das so auch schon in Nürnberg stattfand. Damit wird öffentliches Schwimmen in Würzburg zunächst weiterhin im Nautiland, im Dallenberg- und im Wolfgang-Adami-Bad möglich sein.

Gas und Strom sparen: „Ich weiß, dass dies eine folgenschwere Maßnahme ist“

„Weiterhin sichergestellt sein wird die Fortführung der Schwimmkurse, dort besteht aufgrund der beiden Coronajahre ein großer Nachholbedarf. Dies ist mir überaus wichtig“, betont die dritte Bürgermeisterin Judith Jörg. Weiter sieht die Priorisierung vor, Inklusions-, Reha- und Gesundheitsschwimmen anzubieten, ebenso muss der Leistungssport für Würzburg als Bundesstützpunkt Schwimmen aufrechterhalten werden. „Wir müssen leider Bäder vom Netz nehmen. Ich weiß, dass dies eine folgenschwere Maßnahme ist“, so Jörg. „Aber wir müssen nun alle Gas sparen, damit wir durch den Winter kommen.“ (kam)

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