Schneekanonen-Streit

Sudelfeld: Was läuft da mit den Fördergeldern?

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Für die Installation von 240 Schneekanonen pflügen Bagger das Sudelfeld um. Die Zuschussfrage ist offen.

Bayrischzell/Fischbachau - Der Streit ums Sudelfeld geht weiter. Am Dienstag stellten der Deutsche Alpenverein, der Bund Naturschutz und andere Umweltverbände ihre Klage gegen die Beschneiung im Skigebiet unterhalb des Wendelsteins vor.

Dort sind längst die Bagger unterwegs, obwohl der Freistaat Bayern noch nicht einmal die von den Betreibern eingeplanten Zuschüsse gewährt hat. Grünen-Abgeordnete Claudia Stamm wittert „Gemauschel“.

Rund 250 Schneekanonen wollen die Vereinigte Liftbetriebe Sudelfeld im Landschaftsschutzgebiet aufstellen, dazu müssen 17 Kilometer Wasserleitungen verlegt werden, die einen neuen Speichersee an der Speckalm mit 155 000 Kubikmetern Wasser anzapfen. Der wegen seiner Geburtstagsfeier-Affäre nicht mehr angetretene Altlandrat Jakob Kreidl (CSU) hatte die umstrittenen Schneekanonen in einer seiner letzten Amtshandlungen genehmigt.

Dass es dagegen Klagen geben wird, ist schon seit Monaten klar. Damit steht auch fest, dass es vorerst keine rechtskräftige Genehmigung für die Baumaßnahmen geben kann. Somit fließen bis auf Weiteres auch keine Zuschüsse. Claudia Stamm findet seltsam, dass dennoch die Bagger bereits ausgerückt sind: „Irgend etwas stimmt hier nicht“. Sie verweist darauf, dass Wirtschaftsministerin Ilse Aigner im Landtag jüngst heftig für die staatliche Förderung des Schneekanonenbaus geworben hatte. Stamm: „Die Landtags-Grünen fragen sich nun, ob hier gegenüber den Investoren mündliche Absprachen oder sogar Zusagen seitens der Staatsregierung getroffen wurden und ob es möglicherweise weitere Einflussnahme der – nach eigenen Angaben ausgewiesenen Sudelfeld-Kennerin – Ilse Aigner gab.“ Tatsächlich ist Aigner in der Gegend aufgewachsen, der Landkreis Miesbach gehört zu ihrem Wahlkreis. Stamm: „Frau Aigner kennt die Menschen vor Ort jedenfalls sehr gut.“

Das Wirtschaftsministerium wollte sich gestern zu den Vorwürfen nicht äußern. Skilift-Geschäftsführer Egid Stadler hingegen erklärte: „Dass wir schon mit dem Bau begonnen haben, geht auf unser Risiko. Wir müssen aber jetzt anfangen, sonst werden wir bis zur Saison nicht fertig.“

Sudelfeld-Kanonen: Was Gegner und Befürworter sagen

Johannes Welte

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