Immerhin: Die Lifte laufen

Sudelfeld: Umstrittene Anlagen eröffnet

+
Der Sechsersessel-Waldkopflift soll die Wintersportler schnell und bequem ins Skigebiet bringen.

Sudelfeld - Traumwetter in den Bergen, sechs Grad, morgens sogar noch Sonnenschein – nur halt kaum Schnee. Ausgerechnet am Freitagnachmittag wurde die neue Anlage auf dem Sudelfeld in Betrieb genommen.

Der Frühlingswind wehte zwischen Wendelstein und Großer Traithen, als die Bergbahnbetreiber im Beisein von Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) zur Tat schritten.

Sechsersessel, beheizbar, Servicestation mit Skiverleih, Skidepots, Sportgeschäft. Mit dieser ersten Ausbaustufe, die rund zwölf Millionen Euro gekostet haben soll, werde das Skigebiet fit gemacht für die Zukunft. Dabei helfen sollen auch 250 Schneekanonen, aus denen es weiß rieselt – sofern die Temperaturen stimmen.

Um den Ausbau, vor allem um die Schneekanonen nebst 150.000-Kubikmeter-Speichersee, wurde bis zuletzt gestritten. Der DAV und der Bund Naturschutz klagten vergeblich. Erst am vergangenen Wochenende verlieh die Organisation Mountain Wilderness den Bock des Jahres an die Betreiber. Auch weil „der ganze Umbau mit sehr vielen Steuergeldern finanziert wird“. 22 Millionen Euro sollen insgesamt investiert werden. Wie hoch der Zuschuss wird, steht noch nicht fest. Den Kritikern, die den Ausbau in Zeiten des Klimawandels als ökologischen Wahnsinn sehen, spielte am Freitag das Wetter in die Hand.

Doch man muss sagen, dass der Ausbau auch viel Zustimmung findet. So freuen sich die Sportvereine aus den Kreisen Miesbach und Rosenheim auf endlich bessere Verhältnisse auf insgesamt 32 Kilometern Pisten für junge und alte Aktive. Und auch der Hobbyfahrer, der nur mal schnell ein paar Schwünge machen will, dürfte den Ausbau begrüßen.

Schon vorher gab es am Brauneck eine Einweihung: Hauptgesellschafterin Alexandra Schörghuber und Ministerin Ilse Aigner nahmen den Milchhäusl-Express – ebenfalls ein Sechser-Lift – in Betrieb.

Schnee verzweifelt gesucht

Grün statt Weiß: Garmisch sucht verzweifelt nach Schnee.

Die Termine sind fix: 28. Dezember und 1. Januar. Da stehen die ersten Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen auf dem Plan. Allein – es fehlt der Schnee. Mindestens 2000 Kubikmeter brauche man, sagt Michael Maurer, Präsident des Skiclub Partenkirchen und Gastgeber beim Neujahrspringen, zur tz. „Dann können wir bedenkenlos den Sport durchführen.“

Er hofft auf den angekündigten Frost in der Nacht auf Montag. Sonst muss er Schnee aus dem Skigebiet Garmisch-Classic holen. „Ein Bagger, acht Sattelzüge, dann ist das in zwei Tagen gemacht.“ sagt Maurer. Außerdem hat er die Eishallenbetreiber in Südbayern gebeten, ihren abgekratzten Schnee zu sammeln.

Die Oberstdorfer verlassen sich auf Hilfe aus Finnland: Zwei zehn Meter hohe Schnee-Produktions-Silos der Spezialfirma SnowTewk, die schon bei Olympia in Sotschi aktiv war, sollen die nötige weiße Unterlage liefern.

V. Pfau 

Auch interessant

Meistgelesen

Drama um Julia Viellehner: Offenbar Bein-Amputation bei Triathletin
Drama um Julia Viellehner: Offenbar Bein-Amputation bei Triathletin
Bis zu 30 Grad: So heiß wird es ab Christi Himmelfahrt
Bis zu 30 Grad: So heiß wird es ab Christi Himmelfahrt
82-Jähriger rast mit 180 über Bundesstraße – der Grund ist skurril
82-Jähriger rast mit 180 über Bundesstraße – der Grund ist skurril
Tote und Verletzte bei Unfall in Bayern
Tote und Verletzte bei Unfall in Bayern

Kommentare