Wasserrettung an der Walchen

Sylvenstein-Zufluss: Das nasse Ende einer Partynacht

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Fünf Innsbrucker, die illegal an der Walchen zelteten, wurden in der Nacht zum Sonntag vom Wasser eingeschlossen.
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Fünf Innsbrucker, die illegal an der Walchen zelteten, wurden in der Nacht zum Sonntag vom Wasser eingeschlossen.
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Fünf Innsbrucker, die illegal an der Walchen zelteten, wurden in der Nacht zum Sonntag vom Wasser eingeschlossen.

Mit einem Großeinsatz endete am frühen Sonntagmorgen eine illegale Party an der Walchen nahe dem Sylvensteinsee. 

Lenggries - Zelten und Feuermachen ist im Natur- und Landschaftsschutzgebiet verboten. Das hielt die Gruppe am Samstag aber nicht davon ab, genau das zu tun. Die zwei Frauen und drei Männer (24 bis 29 Jahre) aus Innsbruck machten sich am späten Nachmittag auf, um im Bereich der Walchen, einem Sylvensteinzufluss, zu feiern. „Im Anschluss daran wollten sie dort nächtigen“, berichtet die Polizei. Sie querten im Bereich der Pegelmessstation den zu diesem Zeitpunkt „normal“ wasserführenden Fluss, um am gegenüberliegenden Ufer Zelte und eine Grillstelle aufzubauen.

In der Nacht brach dann ein Gewitter samt Starkregen los. In der Folge stieg der Wasserstand bis in die frühen Morgenstunden erheblich an. Teile der Ausrüstung und der Zelte wurden weggespült.

Schließlich wusste sich die alkoholisierte und zum Teil bereits unterkühlte Gruppe nicht mehr anders zu helfen, als einen Notruf an die Bezirksleitzentrale Innsbruck abzusetzen. Diese alarmierte sofort die Wasserrettung Achenkirch/Schwaz und die Integrierte Leitstelle Weilheim. Von dort wurden gegen 7 Uhr die Rettungskräfte auf bayerischer Seite verständigt.

„Als erstes ist ein Helfer rübergeschwommen. Gleichzeitig hat der Rettungshubschrauber einen zweiten Retter dort abgesetzt“, schildert Einsatzleiter Gabriel Hartl von der Tölzer Wasserwacht den Einsatz. Nach einer ersten Einschätzung des Gesundheitszustands der fünf Innsbrucker wurde beschlossen, einen Mann, der bereits stark unterkühlt war, vom Rettungshubschrauber Christoph Murnau ans rettende Ufer bringen zu lassen. Die anderen vier wurden mit dem Boot einer nach dem anderen über den Fluss gebracht. Dazu hatten die Wasserretter eine Leine über den Fluss gespannt, an dem das Boot befestigt war. „Nachdem der Notarzt alle fünf angeschaut hatte, konnten sie entlassen werden“, sagt Hartl. Lebensgefahr habe für die Gruppe nicht bestanden. „Sie waren halt alle patschnass. Das kann wegen der Unterkühlung auf Dauer natürlich schon irgendwann gefährlich werden“, so der Einsatzleiter.

Nach der Rettung war der Einsatz für die rund 50 Helfer noch nicht beendet. Sie machten sich auf die Suche nach den weggespülten Habseligkeiten – vor allem, „um Folgealarmierungen zu verhindern“, sagt Hartl. Denn angespülte Kleidung oder Ausrüstung könnte den einen oder anderen eine Notlage vermuten und den Notruf wählen lassen. Findet man es als Freiwilliger ärgerlich, dass man ausrücken muss, weil jemand illegal campt? „Nein“, sagt Hartl. „Die waren in einer Notlage. Die Umstände sind mir in diesem Fall egal. Mir ist in erster Linie wichtig, dass niemand – auch keiner von uns – verletzt wurde.“

Gegen 11.20 Uhr war der Einsatz beendet. Vor Ort waren Helfer der Wasserwachten Bad Tölz, Lenggries, Penzberg, Miesbach, Krün/Mittenwald und der Wasserrettung Achenkirch/Schwaz. Zudem rückten die Feuerwehren aus Fall und Vorderriß zur Einsatzstelle aus sowie das BRK war mit vier Rettungswagen, Notarzt und Hubschrauber.

Den fünf Feiernden „wird diese Nacht wohl noch länger im Gedächtnis bleiben“, schreibt die Polizei. „Dafür sorgt auch eine saftige Bußgeldanzeige nach dem Naturschutzgesetz“.

Ein ähnlicher Vorfall hatte sich im vergangenen August bei Vorderriß ereignet. Dort musste drei Burschen aus einer vergleichbaren Notlage gerettet werden. 

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