Badewannen-Mord: Bundesgerichtshof kassiert Urteil

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bestreitet nach wie vor den Mord an der Rentnerin: Manfred G.

München/Karlsruhe - Als Badewannenmörder von Rottach-Egern war Manfred G. (50) im Mai 2010 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Warum der Bundesgerichtshof das Urteil jetzt aufgehoben hat:

Das Landgericht München II, so die Karlsruher Richter, habe im Prozess einen verheerenden Fehler gemacht.

Als Mitarbeiter eines Pflegedienstes hatte Manfred G. die vermögende Witwe Lieselotte K. (87) betreut. Während sie in der Klinik lag, habe er ihre Geldkassette mit 8000 Euro geplündert, warf die Anklage ihm vor. Als die Rentnerin nach ihrer Rückkehr den Diebstahl bemerkte, sei sie wohl wütend geworden. Um die Tat zu vertuschen, habe er die Frau mit einem stumpfen Gegenstand niedergeschlagen in der Badewanne ertränkt.

Die Tat hat der angeklagte Hausmeister immer bestritten. Im Prozess vor dem Schwurgericht mit dem Vorsitzenden Ralph Alt (Er führt auch den Prozess gegen John Demjanjuk wegen Nazi-Verbrechen) ließ man den Diebstahls-Vorwurf fallen. Trotzdem kamen die Richter zu einem Schuldspruch. Vermutetes Motiv: Um zu vertuschen, dass er Lieselotte K. durch Schläge verletzt hatte, habe er sie in der Wanne ertränkt.

Hier habe das Gericht einen gravierenden Fehler gemacht, so der Revisions-Experte Prof. Gunter Widmaier, der jetzt den Erfolg vor dem BGH erzielte. Das Gericht habe den Angeklagten über den Austausch des Tatmotivs im Unklaren gelassen. Widmaier: „Hätte die Schwurgerichtskammer ihre prozessuale Pflicht erfüllt, so hätte sich die Verteidigung konkret gegen den geänderten Vorwurf zur Wehr setzen können.“

Der Prozess muss jetzt im Frühjahr vor einer anderen Schwurgerichtskammer neu aufgerollt werden.

Eberhard Unfried

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