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Polizei: "Wir spielen mit offenen Karten"

Haarsträubende Gerüchte über "toten Flüchtling"

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Auf dem Sportplatz neben der Tegernseer Asylbewerber-Unterkunft haben Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes am Samstag einen verletzten Pakistani gefunden.

Tegernsee - Gerüchte sorgen am Tegernsee gerade für Zündstoff: Der Flüchtling, der verletzt nahe einer Unterkunft gefunden wurde, soll tot sein. Der Fall zeigt, wie schnell beim Thema Asyl Spekulationen aus dem Ruder geraten.

Auslöser für die Gerüchteküche ist ein Vorfall vom Samstagabend, den die Polizei so schildert: Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, der in der Tegernseer Asylbewerber-Unterkunft eingesetzt ist, finden um 21.40 Uhr auf dem Sportplatz neben der Unterkunft einen Mann auf dem Boden liegend. Es ist ein Flüchtling aus Pakistan, er ist nicht ansprechbar. Der Rettungsdienst bringt ihn ins Krankenhaus, laut Polizei schwebt der 24-Jährige zu keiner Zeit in Lebensgefahr.

Die Gerüchteküche im Tal will allerdings etwas ganz anderes wissen – und bringt die Polizei damit in gefährlichen Verruf. Entsteht durch die Spekulationen doch der Anschein, die Polizei habe die Öffentlichkeit nicht wahrheitsgemäß informiert. So haben sich Anwohner bei einem Internet-Blog gemeldet, wollen auf dem Sportplatz einen Toten gesehen haben, liefern sogar ein Foto. Der Blog veröffentlicht es, erklärt, die Polizei dementiere die Todes-Spekulationen. Der Tegernseer Zeitung gegenüber klärt Andreas Guske, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, auf: „Das Bild zeigt zwei Kripo-Beamte, einen roten Gegenstand und einen Spurensicherungskoffer.“ Darauf sei weder ein Verletzter noch ein Toter zu sehen.

Feuerwehr: „Das ist Unsinn, total irre“

Auch das Gerücht, das man rund um den Tegernsee hört, Feuerwehrler hätten beobachtet, wie der Pakistani in einem Sarg abtransportiert worden sei, scheint haltlos zu sein. Michael Haller, Kommandant der Tegernseer Feuerwehr: „Das ist Unsinn, total irre.“ Die Feuerwehr sei erst etwa eine Stunde, nachdem der Mann ins Krankenhaus gebracht worden sei, an den Sportplatz gerufen worden, um den Ort des Geschehens auszuleuchten. „Und von uns wird da sicher nichts Unwahres gestreut“, sagt Haller.

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Über die Verletzungen des Asylbewerbers ranken sich ebenfalls Spekulationen, auch von offizieller Seite. So ist vom Landratsamt zu hören, dass der junge Mann durch Faustschläge verursachte Kopfverletzungen gehabt habe. Dem widerspricht Polizeisprecher Guske vehement: „Unsere Gutachter haben keinerlei Hinweise darauf, dass dem Mann Faustschläge zugefügt worden seien.“ Fakt sei: „Er hat leichte, oberflächliche Verletzungen."

Was an dem Samstagabend auf dem Sportplatz passiert ist und ob einer seiner Mitbewohner dem Pakistani die Verletzungen zugefügt hat, sei derzeit völlig unklar. Die Polizei ermittle weiter, der Mann sei noch im Krankenhaus in Behandlung. Von einer fremdenfeindlichen Tat geht man derzeit nicht aus. Eines sei allerdings sicher, so Guske: „Es gibt definitiv keinen Toten.“ Und: „Die Polizei hält nichts hinterm Berg. Wir spielen mit komplett offenen Karten.“ 

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