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Sie erdrosselte Ursula M. mit der Handtasche

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Von der Zeugin zur Verdächtigen. Mit diesem Bild fahndete die Polizei nach der Frau © Westermann

Rottach-Egern - Mit allem erdenklichen Aufwand wurde ermittelt. Jetzt steht der grausame Tegernsee-Mord an Boutiquen-Besitzerin Ursula M. (65) kurz vor der Aufklärung.

Am Abend tötete die Blondine die Rottacher Boutiquenbesitzerin Ursula M. (65), am darauf folgenden Tag ging sie mit der Karte des Mordopfers in München auf Einkaufstour. Die Kripo Miesbach hat am 4. Januar in Bad Wiessee eine 48-jährige Frau verhaftet, der der Mord an der Rottacher Seestraße vorgeworfen wird. Es bestehe dringender Tatverdacht. Die Frau – ihr Name ist Ursula D. – hat den Vorwurf eingeräumt, und: Sie hat die in Rottach-Egern so beliebte Geschäftsfrau mit dem Riemen einer Handtasche erdrosselt!

Ursula M., die seit Jahren an der Seestraße ein exklusives Modegeschäft für Männer betrieb, war am Morgen des 6. November 2012 von einer Angestellten ermordet aufgefunden worden. In der Folge bildete die Kripo Miesbach die 25-köpfige Ermittlungsgruppe Seeblick, die mit einer Vielzahl von Spuren konfrontiert wurde: 800 davon wurden alleine am Tatort gesichert, 92 Hinweise gab es aus der Bevölkerung. Nach der Veröffentlichung von Bildern, die eine blonde, reifere Frau beim Einkaufen zeigen, gab es 47 Hinweise auf blonde Frauen im gesamten oberbayerischen Raum – auch Ursula D. befand sich unter den Genannten.

Und sie kennt den Ort des Verbrechens! Ursprünglich stammt Ursula D. zwar aus Düsseldorf, zog dann aber nach Ottobrunn und arbeitete sogar vor mehr als zwei Jahren in der Herrenboutique von Ursula M. für wenige Tage zur Probe. Dabei dürfte sie Kenntnis über die Lebensverhältnisse ihrer vermögenden Chefin bekommen haben. Während dieser Zeit wohnte die 48-Jährige in Tegernsee, später – ab August 2012 – zurückgezogen in Bad Wiessee. Laut Polizeipräsidium Oberbayern Süd soll sie im Herbst den Entschluss gefasst haben, Ursula M. auszurauben.

Am Abend des 5. November, kurz nach Geschäftsschluss um 18 Uhr, kam sie in die Wohnung der Geschäftsfrau im ersten Stock und bedrohte sie mit einem Messer. Die Boutiquenbesitzerin wehrte sich nach Spurenlage vehement. „Im weiteren Verlauf des Handgemenges wurde sie mit dem Riemen einer Umhängetasche von der Tatverdächtigen erdrosselt“, heißt es von Seiten der Polizei. Mit kaum Bargeld der Geschäftsfrau sowie deren Geldkarten verließ die 48-Jährige die Wohnung. Schon einen Tag später bezahlte sie in Münchner Geschäften mit mindestens einer der Karten Waren. Mithilfe von Videokameras wurde eine blonde Frau als jene Power-Shopperin ausgemacht, die die Karte des Opfers benutzte. Die Mordkommission fahndete nach ihr. Ursula D., in deren Wohnung etliche Sachen gefunden wurden, die mit der Tat zu tun haben, räumte in Vernehmungen die Tat ein, nach Erlass des Haftbefehls sitzt sie unter Mordverdacht in U-Haft.

Menschen, die sie kennen, sind geschockt und trauen ihr das Verbrechen kaum zu. „Sie ist eigentlich eine liebenswerte Person.“ Ursula D. ist zudem Mutter, von ihrem Ehemann lebt sie seit fast drei Jahren getrennt.

Markus Christandl

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