Fahrgäste wollten nicht aussteigen

Zu viele Radler: Polizei räumt BOB nach München

+
In der BOB von Tegernsee nach München wollten so viele Radler mitfahren, dass sie geräumt werden musste. 

Tegernsee/Schaftlach - Als am Sonntag plötzlich der Regen kam, wollten rund 60 Radler das Tegernseer Tal mit der BOB in Richtung München verlassen - was zu einem Polizeieinsatz führte.

Herrlich war das Wetter am vergangenen Sonntag – bis der Regen kam. Rund 60 Radfahrer wollten da vom Tegernseer Tal aus mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) in Richtung München fahren, alle mit dem Zug, der Tegernsee gegen 20 Uhr verlässt. Viel zu viele: In Schaftlach verweigerte der Triebwagenfahrer darum die Weiterfahrt um 20.16 Uhr, aus Sicherheitsgründen. Er forderte die Fahrgäste mit Rad auf, den Zug zu verlassen.

Doch die weigerten sich – und der Triebwagenführer alarmierte die Polizei. Beamte der für die Bahn zuständigen Bundespolizei rückten an und setzten die Forderung des Fahrers schließlich durch. Ein Teil der Radfahrer musste am Bahnsteig in Schaftlach ausharren und auf den nächsten Zug warten.

Der Fahrplan war unterdessen aus dem Takt geraten. „Das Ganze hat etwa eine Dreiviertelstunde gedauert“, erklärt die Pressestelle der BOB. Der Triebwagen sei wegen der Verspätung nur bis Holzkirchen gefahren und nicht – wie vorgesehen – weiter nach München. Der Fahrer des Triebwagens hat nach Auskunft der BOB absolut richtig gehandelt. „Die Sicherheit war nicht mehr gewährleistet.“ In den Wagen der BOB könnten jeweils gut zwölf Räder mitgenommen werden. 60 seien absolut zu viel. „Da waren die Rettungswege verstellt.“

Probleme wegen Überfüllung gebe es immer wieder einmal, das lasse sich auch kaum vermeiden, heißt es weiter. Schließlich könne die BOB einen plötzlichen Ansturm, zum Beispiel wegen eines Gewitters, nicht vorhersehen. Sei hingegen wegen einer Großveranstaltung ein beträchtliches Fahrgast-Plus zu erwarten, sorge die BOB für ein verstärktes Angebot. Dass an schönen Ausflugstagen der Platz vor allem für Radfahrer zu knapp werden kann, kommuniziere die BOB auch. „Wir empfehlen, eine Gaststätte aufzusuchen und mit dem nächsten Zug zu fahren, der dann leerer ist“, lässt die Pressestelle verlauten. Die Situation am Sonntagabend sei aus Sicht der BOB im Übrigen nicht dramatisch gewesen. Dass die Polizei anrücken müsse, weil die Fahrgäste der Anweisung des BOB-Personals hartnäckig nicht Folge leisten, sei aber schon „eher selten“.

auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Sepp Haslinger: Wetterkerze wieder voll daneben
Sepp Haslinger: Wetterkerze wieder voll daneben
So skurril wurde der Balkan-Bandenchef überführt
So skurril wurde der Balkan-Bandenchef überführt
Mutter des WM-Mörders: "Er tötet mich, wenn er rauskommt"
Mutter des WM-Mörders: "Er tötet mich, wenn er rauskommt"
Opfer wird zum Täter - Rosenheimer Student missbraucht
Opfer wird zum Täter - Rosenheimer Student missbraucht

Kommentare