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Tierärzte warten auf Vorgaben für Corona-Impfungen: „Wir könnten andere Personengruppen erreichen“

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Von: Katrin Woitsch

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Eine Tierärztin impft einen Hund in ihrer Praxis
Mit dem Impfen haben Tierärzte Erfahrung. Nun wollen sie auch bei den Corona-Impfungen einsteigen. © Wolfgang Weihs

Der Bundesrat hat vor Kurzem den Weg dafür freigemacht, dass Tierärzte impfen dürfen. Die meisten wären auch dazu bereit. Zumindest theoretisch. Denn bisher ist noch vieles ungeklärt.

Karl Eckart möchte schon lange helfen. Genau wie viele andere bayerische Tierärzte. „Das Impfen könnte unser Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie sein“, sagt der Präsident der bayerischen Landestierärztekammer. Grünes Licht gibt es seit ein paar Wochen. Im Dezember stimmte der Bundesrat dem verschärften Infektionsschutzgesetz zu und machte damit den Weg frei. Zumindest theoretisch. Denn die Details stehen noch nicht fest, erklärt Eckart. Und die sind für die Tierärzte ganz entscheidend bei der Frage, wie sich Impfungen gegen Corona realisieren lassen würden.

Zum Beispiel müsse geklärt werden, wohin die Tierärzte die Daten melden. „Wir sind nicht wie die Arztpraxen an die Gesundheitsämter angebunden“, erklärt Eckart. Daneben treiben die Tierärzte weitere Fragen um. Wer haftet im medizinischen Notfall? Muss ein Arzt anwesend sein? Und wie müssen sich die Praxen logistisch aufstellen, um die Impfungen in den eigenen Räumen durchführen zu können? Das wäre sicher nicht für alle Praxen möglich, erklärt Eckart. Er selbst betreibt eine Kleintierpraxis im Allgäu. Einige Tierhalter hätten sich dort bereits erkundigt, ob sie von ihm geimpft werden können, berichtet er.

Ich glaube, wir Tierärzte könnten Menschen erreichen, die bisher noch beim Thema impfen gezögert haben.

Karl Eckart, Präsident der bayerischen Landestierärztekammer

Er sieht ein großes Potenzial darin, dass Tierärzte mitimpfen dürfen. „Ich glaube, wir könnten Menschen erreichen, die bisher noch gezögert haben“, sagt er. Gerade die Großtierärzte auf dem Land hätten ein enges Vertrauensverhältnis zu den Tierhaltern. Einige seien vielleicht bereit, sich impfen zu lassen, wenn ihr Tierarzt sie dazu ermutige, betont Eckart. Ideal wäre es natürlich, wenn die Tierärzte den Impfstoff immer dabeihaben könnten. „Aber das wird wohl nicht umsetzbar sein.“

Nicht jede Tierarztpraxis sei für Impfungen geeignet, erklärt Eckart. Die Bereitschaft insgesamt sei aber sehr groß. Die Kammer hat rund 300 bayerische Tierärzte zu dem Thema befragt. „Rund 80 Prozent gaben an, dass sie grundsätzlich für Corona-Impfungen zur Verfügung stehen würden.“ Er persönlich würde dafür plädieren, Tierärzte in die Teams der Impfzentren zu integrieren, sagt er. Dort könnten sie rund um ihre eigenen Termine mithelfen und andere Ärzte entlasten. Noch hat das Ministerium nicht vorgegeben, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Der Kurs zu den theoretischen Grundlagen könnte online stattfinden, sodass die Tierärzte binnen 14 Tagen beim Impfen einsteigen könnten, glaubt Eckart. Wenn die Details geklärt sind. Er rechnet damit, dass diese Woche die Vorgaben festgelegt werden. Das Impfen selbst beherrschen die Tierärzte natürlich, betont er. „Mit Seuchenbekämpfung kennen wir uns aus.“

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