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Gezielte Zucht „immer wichtiger“: Tiergarten Nürnberg freut sich über doppelten Nachwuchs

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Von: Katarina Amtmann

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Weissgesichtssakis
Nachwuchs bei den Weissgesichtssakis im Nürnberger Tiergarten. © Tom Burger / Tiergarten Nürnberg

Viele Arten sind vom Aussterben bedroht. Der Tiergarten Nürnberg züchtet deshalb gezielt - und meldete nun einen doppelten Erfolg.

Nürnberg - Erneuter Nachwuchs im Tiergarten Nürnberg, diesmal bei zwei Primatenarten: den Weißgesichtssakis und den Kronenmakis. Das teilte die Stadt bereits am 12. Mai mit.

Nachwuchs im Tiergarten Nürnberg: Weißgesichtssakis und Kronenmakis

Beide Jungtiere halten sich bereits in ihren Gruppen auf und sind für die Besucher zu sehen. Der Tiergarten beteiligt sich mit beiden Primatenarten am Europäischen Zuchtprogramm EEP. Dieses dient dem Aufbau gesunder und stabiler Populationen innerhalb der europäischen Zoos und trägt somit zum Erhalt bedrohter Arten bei.

Bei den Kronenmakis kam Ende April ein Jungtier zur Welt. Es ist bereits das dritte Maki-Jungtier, das in Nürnberg geboren wurde. Die Gruppe ist damit auf fünf Tiere angewachsen. „Noch klammert es sich meist eng an seine Mutter und lässt sich von ihr herumtragen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Nachwuchs im Nürnberger Tiergarten: „Inzwischen wagt der junge Saki schon die ersten Ausflüge alleine“

Der Nachwuchs bei den Sakis im Manatihaus wurde schon Ende März geboren. „Auch hier verbrachte das Jungtier die ersten Wochen nach der Geburt auf dem Rücken seiner Mutter, die sich gerne ins Blätterwerk zurückzog und nur für geduldige Beobachter zu sehen war. Inzwischen wagt der junge Saki aber schon die ersten Ausflüge alleine“, heißt es weiter. Die Saki-Gruppe besteht derzeit aus vier Tieren.

Teil des Europäischen Zuchtprogramms EEP

Die Zucht der Nürnberger Weißgesichtssakis und Kronenmakis wird im Europäischen Zuchtprogramm EEP (EAZA ex situ-Programm) koordiniert.

In diesen Programmen züchten Zoos koordiniert Tierarten, um stabile Populationen außerhalb ihres natürlichen Lebensraums aufrechtzuerhalten.

Nürnberger Tiergarten freut sich über Nachwuchs - Gezielte Zucht „immer wichtiger“

„Die Zerstörung von Lebensräumen, der menschengemachte Klimawandel, illegaler Wildtierhandel und Wilderei sind die treibenden Ursachen für das Aussterben von immer mehr Tierarten. Die koordinierte und gezielte Zucht in menschlicher Obhut wird für den Erhalt vieler Tierarten deshalb immer wichtiger“, wird Diana Koch, Kuratorin im Tiergarten Nürnberg, zitiert.

Kronenmaki-Nachwuchs im Tiergarten Nürnberg

Kronenmakis gehören zur Familie der Lemuren und kommen ausschließlich an der Nordspitze Madagaskars vor, erklärt die Stadt in der Pressemitteilung. „Auf der Insel im Osten von Afrika leben die Kronenmakis hervorragend angepasst an ihre Umgebung in trockenen und halbtrockenen Laubwäldern. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst gerade einmal gut 20 000 Quadratkilometer und ist damit kleiner als Ober-, Mittel- und Unterfranken zusammen.“

Kronenmakis verdanken ihren Namen der schwarzen „Fellkrone“ auf dem Oberkopf des Männchens, die im starken Kontrast zu der orangefarbenen Fellumrandung seines Gesichts steht. Kronenmakis gelten laut Weltnaturschutzunion IUCN als „stark gefährdet“.

Kronenmaki Nachwuchs
Nachwuchs gab es auch bei den Kronenmakis. © Nadine Lang / Tiergarten Nürnberg

Tiergarten Nürnberg: Babyglück bei bedrohter Schafrasse

Nachwuchs bei den Weißgesichtssakis im Nürnberger Tiergarten

Weißgesichtssakis gehören zur Familie der Neuweltaffen und kommen in Regen- und Gebirgswäldern im nordöstlichen Südamerika vor. Sie halten sich bevorzugt in den mittleren und unteren Baumregionen auf und kommunizieren untereinander mit zwitschernden Rufen und Pfiffen. Die Männchen sind an der weißen Gesichtsmaske zu erkennen. Die Weibchen haben ein dunkel gefärbtes Gesicht mit zwei schmalen, hellen Streifen. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Art noch als „nicht gefährdet“ ein, wobei auch hier die Bestände vor allem durch den Verlust von Lebensraum zurückgehen.

Der Tierpark Nürnberg freute sich kürzlich bereits über neu geborene Huftiere – neben den bedrohten Mähnenspringern und Rotkopfschafen bekamen auch Zwergziegen und Kamerunziegen Babys. (kam)

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