1. tz
  2. Bayern

Alle Vögel sind schon da: Nürnberger Tiergarten beendet den Winterurlaub seiner Bewohner

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Eldersch

Kommentare

Für viele Vögel im Tiergarten Nürnberg geht es jetzt wieder ins Freie.
Für viele Vögel im Tiergarten Nürnberg geht es jetzt wieder ins Freie. © Luisa Rauenbusch/Tiergarten Nürnberg

Seit gut einer Woche ist wieder Leben in die Großvoliere des Nürnberger Tiergartens gekommen. Zahlreiche Vögel kehrten aus ihren Winterquartieren zurück.

Nürnberg – Der Winter ist jetzt nicht nur kalendarisch und meteorologisch vorbei, sondern auch zoologisch. Zumindest, wenn es um die vielen Vögel des Tiergartens Nürnberg geht. Sie durften ihr Winterquartier jetzt verlassen und wieder ihren angestammten Platz im Zoo einnehmen. Aber davor ging es für die Tiere noch zum Gesundheitscheck.

(Übrigens: Unser Nürnberg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus Mittelfranken und der Franken-Metropole. Melden Sie sich hier an.)

Tiergarten Nürnberg: Tierärzte untersuchen die Vögel, bevor es wieder auf die Anlage geht

Im Tiergarten im Ostern der Frankenmetropole Nürnberg stand kurz vor dem Osterwochenende die „Auswinterung“ an. Dabei ging es für Waldrappe, Löffler und Co. wieder zurück in die Großvoliere. Die Pelikane, Störche und Gänse durften es sich wieder an den Weihern im südlichen Teil des Zoos gemütlich machen. Davor mussten sie allerdings Halt bei den Tierärzten Katrin Baumgartner und Hermann Will machen. „Wenn die Vögel im Winter in den Stall kommen und im Frühjahr wieder ins Freie, nutzen wir die Gelegenheit für einen tiermedizinischen Check“, sagt Tierärztin Baumgartner.

Dr. Hermann Will, Tierarzt im Tiergarten Nürnberg, untersucht einen Pelikan.
Dr. Hermann Will, Tierarzt im Tiergarten Nürnberg, untersucht einen Pelikan. Dabei kontrolliert er unter anderem die Füße auf Risse oder Wucherungen. © Luisa Rauenbusch/Tiergarten Nürnberg

Zur Routineuntersuchung gehört zunächst der Gang auf die Waage. Es muss geschaut werden, ob die Tiere genug gegessen haben. Anschließend werden die Schnäbel, Füße, Zehenballen und Krallen gecheckt. Akribisch wird notiert, ob die Vögel Risse oder Wucherungen entwickelt haben. Zum Schluss kriegen sie noch eine Impfung gegen Rotlauf – eine Krankheit, die besonders bei fischfressenden Vögeln auftreten kann.

Tiergarten Nürnberg: Angst vor Vogelgrippe ging auch im Zoo um

Apropos Krankheit. Einige Vögel wie die Waldrappe könnten eigentlich ganzjährig auf der Voliere bleiben. Ihnen macht der Nachtfrost nicht so viel aus. Aber im vergangenen Jahr entschied man sich doch, die Tiere in ihr Winterquartier zu bringen. Grund war der Vogelgrippe-Ausbruch in Europa. „Wir haben die Gefahren, die von der Vogelgrippe ausgehen, sehr ernst genommen – auch wenn wir glücklicherweise kein infiziertes Tier im Tiergarten hatten. Bevor die Vögel ins Freie kamen, hatten wir uns deshalb eng mit dem Veterinäramt abgestimmt. Da es hier in der Region nur vereinzelte Fälle der Vogelgrippe gab, haben wir uns gemeinsam entschieden, die Tiere jetzt auf die Anlagen zu lassen“, sagt Tierärztin Baumgartner.

Schnell noch den Weißstorch unter den Arm geklemmt und ab geht es auf die Anlage.
Schnell noch den Weißstorch unter den Arm geklemmt und ab geht es auf die Anlage. © Luisa Rauenbusch/Tiergarten Nürnberg

Während einige Tierarten ihre Winterquartiere direkt an ihrer Freianlage haben, ging es für andere etwas weiter weg in den Winterurlaub. So hieß es für die Rosa- und Krauskopfpelikane umziehen auf das Gut Mittelbüg in Schwaig. Denn sollten im Zoo die Weiher zu stark zufrieren, können sie zum einen nicht mehr schwimmen und zum anderen hätte der Fuchs eine Möglichkeit große Beute zu machen. Mit den 25 Pelikanen sind auch acht Weißstörche, vier Streifengänse und eine Kanadagans aufs Gut gezogen.

Tiergarten Nürnberg: Vogel-Population aufrechterhalten

Nicht nur ein Zuhause, sondern auch eine Zukunft bietet der Tiergarten vielen Arten. So sind beispielsweise die Waldrappe oder der Krauskopfpelikan gefährdet. Im Zusammenhang mit dem Europäischen Zuchtprogramm EAZA-ex-situ-Programm (EEP) soll ihre Population wieder aufgestockt werden. Im Rahmen des Projekts „Proyecto Eremita“ hat der Zoo zuletzt Ende 2019 vier Waldrappe nach Spanien abgegeben. Die Vögel verbrachten einige Monate in einer Auswilderungsvoliere, ehe sie im März 2020 an der andalusischen Atlantikküste ausgewildert wurden. Gemeinsam mit dem Zoobotanico Jerez de la Frontera unterstützt der Tiergarten Nürnberg das „Proyecto Eremita“ seit 2018 – bislang mit acht im Tiergarten geschlüpften Waldrappen. (tel)

Alle News und Geschichten aus Bayern sind nun auch auf unserer brandneuen Facebook-Seite Merkur Bayern zu finden.

Auch interessant

Kommentare