Rasierklingen und Gift

Hundehasser legen immer mehr Todesköder aus

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Mit Rasierklingen gespickte Wurst und Giftköder wurden in Oberbayern ausgelegt.

München - Die Angst geht um bei Hundehaltern: Seit Monaten legt ein unbekannter Tierhasser Giftköder in Oberbayern aus. Nun ist neben Starnberg, Würmtal und Fürstenfeldbruck ein weiterer Landkreis betroffen.

Im südwestlichen Umland von München verunsichern seit Monaten Hundehasser mit tödlichen Ködern die Hundebesitzer. Zuletzt hatten Hunde in Tutzing und Starnberg mit Rasierklingen präparierte Fleischbällchengefressen. Da die Tiere die Köder jedoch wieder ausspuckten, überlebten die Hunde. Der Leiter der Starnberger Polizeiinspektion, Norbert Reller, sagte am Mittwoch, dass insbesondere die Zunahme ähnlicher Fälle bedenklich sei. „Die Ausbreitung schockiert mich.“

Der neueste Fall: Hündin Bonny brachte ihrem Frauchen in Benediktbeuern (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) einen Todesköder im Maul mit. Doch dank der schnellen Reaktion ihrer Besitzerin entging Bonny Schlimmerem. Für Hündin Sissi kam 2012  jede Hilfe zu spät. Sie starb einen qualvollen Tod.

Auch die Bürger in und um Wolfratshausen machen sich sorgen - nun sind die Köder auch hier aufgetaucht.

Bereits im vergangenen Jahr gab es am Starnberger See eine Serie von elf Fällen mit Ködern, die Schneckenkorn enthielten. Ein Hund starb damals. Auch im benachbarten Landkreis Fürstenfeldbruck fahndet die Polizei derzeit nach einem Täter, der seit Monaten Giftköder auslegt. Die Polizei in Germering bearbeitet 13 Fälle, in einem Fall starb ein Vierbeiner. Allerdings habe es auch in benachbarten Gemeinden weitere Giftköder gegeben, sagte Andreas Ruch von der Germeringer Polizei. Insgesamt seien bereits drei Tiere tot.

In Germering wurden im März Plakate aufgehängt, auf denen auf die Gefahr hingewiesen wird. Zudem haben sich rund 120 Hundebesitzer getroffen, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Die Tierhalter haben beispielsweise gemeinsame Patrouillen vereinbart. Die Menschen seien sehr sensibilisiert, erklärte Ruch. Seitdem die Plakate vor rund drei Wochen aufgehängt wurden, gab es keine neuen Fälle. „Derzeit ist Ruhe“, meinte Ruch.

Auch in weiteren Teilen Oberbayerns wurden Hunde Opfer der fiesen Giftköder. So überlebte Mischlingshund Pipo in Neuried (Landkreis Würmtal) unlängst eine Gift-Attacke. In einem Wald bei Neuried wurden außerdem große Mengen Blaukorn entdeckt.

In Ebenhausen südlich von München konnte die achtjährige Hündin Cyra in letzter Minute vor einem grauenvollen Gift-Tod gerettetwerden.

Die Ermittler sehen keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen den Fällen. Es handele sich wohl um unterschiedliche Täter, Polizeichef Reller vermutet eher „Trittbrettfahrer“. Die Inspektionen schicken mittlerweile auch Beamte in Zivil zu Spaziergängen los, um die Hundehasser zu fassen. Details des Konzeptes will Reller nicht nennen - nur soviel: „Wir arbeiten verdeckt, jeden Tag.“

dpa/mm

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