Pläne des Umweltministeriums

Tierquälerei: Diese 17 Länder stehen jetzt auf Tabu-Liste für bayerische Viehtransporte

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Um Viehtransporte unter unwürdigen Bedingungen zu vermeiden, veröffentlichte das bayerische Umweltministerium eine Liste mit 17 Ländern, in die Tiere von Bayern aus nicht mehr exportiert werden sollen.

Keine Tiertransporte ohne Tierschutz – dieses Ziel will das bayerische Umweltministerium unter anderem mit einer Tabu-Liste erreichen. In 17 Länder dürfen Tiere von Bayern aus nicht mehr transportiert werden.

München – Eingepfercht in einen Lkw sind Rinder und Schweine oft tausende Kilometer ohne angemessene Versorgung und bei teils extremen Temperaturen unterwegs. In Zielländern wie der Türkei oder Kasachstan angekommen, erwartet viele Tiere oft eine grausame Schlachtung, denn selbst Zuchtrinder werden häufig getötet, sobald sie keine Milch mehr geben. In Bayern wurden 2018 insgesamt 14 639 Zuchtrinder in 19 verschiedene Länder außerhalb der EU exportiert, heißt es vom Agrarministerium. Das Umweltministerium will Tiertransporten unter unwürdigen Bedingungen und Tierquälerei in den Exportländern einen Riegel vorschieben.

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Tiertransporte: 17 Staaten dürfen nicht mehr beliefert werden

Aus dem Freistaat sollen künftig Tiere nur noch in Drittstaaten transportiert werden, wenn auf der Route durchgehend deutsche Tierschutzstandards eingehalten werden. „Transportrouten ohne durchgehend belegbare Versorgungsmöglichkeiten sind künftig tabu“, betonte Umweltminister Thorsten Glauber (FW). Das Umweltministerium veröffentlichte zudem eine Liste mit 17 Staaten (Ägypten, Algerien, Armenien, Aserbaidschan, Irak, Iran, Kasachstan, Kirgistan, Libanon, Libyen, Marokko, Syrien, Tadschikistan, Türkei, Tunesien, Turkmenistan, und Usbekistan), bei denen erhebliche Zweifel bestehen, dass die deutschen Tierschutzstandards durchgehend beim Transport bis zum Zielort eingehalten werden. Dass auch die Türkei in die Tabu-Liste mitaufgenommen wird, war dem bayerischen Landesverband des deutschen Tierschutzbundes ein großes Anliegen. „In die Türkei wird ein sehr großer Anteil aller exportierten Tiere transportiert und dort sind die Missstände besonders gut dokumentiert“, sagt Frigga Wirths, Referentin des Tierschutzbundes.

Angestoßen hat die Entwicklung der Landshuter Landrat Peter Dreier. Ihm ist wichtig, dass Amtstierärzte Rechtssicherheit darüber erhalten, in welche Zielländer sie sogenannte Vorzeugnisse für Tiertransporte ausstellen können. „Die Liste ist ein erfreuliches Zeichen unseres Ministers und ein erster wichtiger Schritt für das Tierwohl und die Rechtssicherheit unserer Amtstierärzte. Der nächste Schritt muss sein, das auf Bundesebene zu thematisieren“, sagt Dreier. Ansonsten würden die Tiere künftig von Bayern in andere Bundesländer transportiert und von dort in Drittstaaten exportiert werden, fürchtet er. Denn neben Bayern gilt bisher nur in Hessen und Schleswig-Holstein ebenfalls ein Export-Verbot.

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Tabu-Liste in der Kritik

Auch Georg Röhrmoser, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Süddeutscher Rinderzuchtorganisationen, fordert eine bundeseinheitliche Regelung für Tiertransporte. Er steht der Tabu-Liste jedoch skeptisch gegenüber. „Wir wissen nicht, auf welcher Grundlage das erarbeitet wurde“, kritisiert Röhrmoser. Die Liste bedeute ja mehr oder weniger einen Exportstopp und es sei logisch, dass Rinderzuchtorganisationen darüber nicht erfreut sind. Röhrmoser rechne mit Umsatzeinbußen, wenn sich das Export-Verbot dauerhaft durchsetzt.

Erika Sauer vom Fleischrinderverband Bayern fürchtet ebenfalls langfristig Umsatzverluste. Sie würde es zudem für sinnvoller halten, nicht grundsätzlich komplette Staaten vom Export auszuschließen, sondern stattdessen vor Ort die einzelnen Betriebe zu überprüfen und im Einzelfall zu entscheiden. Auch in dieser Hinsicht will das Umweltministerium aktiv werden. Geplant ist eine zentrale Stelle für ganz Bayern, die Informationen zu Transportrouten bündelt und den Veterinärämtern einheitliche Empfehlungen gibt. Gesammelt werden sollen etwa gesicherte Angaben über Entlade- und Versorgungsbedingungen in kritischen Drittstaaten.

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Alicia Schmidbauer

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