Tierschützer entsetzt

Kreuzottern und Luchs massakriert

+
Ein Unbekannter erschoss diesen Luchs (links). Sieben tote Kreuzottern wurden in Nürnberg aufgefunden.

Nürnberg - Sieben tote Kreuzottern, ein toter Luchs: In Bayern sorgen derzeit zwei Tierdramen für Aufruhr, Ärger und Entsetzen.

Während in Bodenmais ein artgeschützter Luchs erschossen wurde, hat ein Unbekannter im Nürnberger Hafen sieben Kreuzottern erschlagen. Bayerische Tierschützer laufen Sturm. Doch die Hintergründe der Taten sind noch unklar. Womöglich fühlten sich aber Anwohner von den Wildtieren gestört.

Als Anfang Mai Spaziergänger am Silberberg nahe Bodenmais (Kreis Regen) die tote Luchsin entdecken, ist die Aufregung groß: Schon wieder musste ein artgeschützter Luchs sterben. Ein Unbekannter hatte dem Tier in die Brust geschossen. Warum, ist noch völlig unklar. Die Polizei ermittelt, hat eine Belohnung von 10 000 Euro ausgelobt. Der Tierhasser soll schnell gefasst werden. Womöglich sieht dieser eine Gefahr in den Wildtieren. Doch Luchse sind sehr scheu und leben zurückgezogen, normalerweise greifen sie Menschen nicht an.

Der Fall erinnert an Luchsin Tessa, die im Jahr 2012 von einem Unbekannten ebenfalls in Niederbayern vergiftet wurde. Ihr Nachwuchs überlebte glücklicherweise.

Das zweite Tierdrama hat sich diese Woche am Nürnberger Hafen ereignet. Sieben tote Kreuzottern wurden vor einigen Tagen aufgefunden. Einfach erschlagen. An dem beliebten Hang hat sich über die Jahre eine der größten Kreuzotter-Populationen Bayerns entwickelt. Die geschützten und auch sehr scheuen Tiere fühlen sich hier pudelwohl. Sehr zum Ärger der Anwohner, die sich, ihre Kinder und Hunde gefährdet sehen.

Schon mehrmals seien Hunde gebissen worden, heißt es. Man fürchte, dass bald ein Kind Opfer der Kreuzottern werde. Die Tiere lägen sogar auf dem Gehweg, die Schlangendichte habe überhand genommen. Komme man ihnen zu nahe, würden sie zubeißen.

Fakt ist: Der Biss einer Kreuzotter ist zwar schmerzhaft, jedoch nicht tödlich. Eine allergische Reaktion kann er aber hervorrufen. Trotzdem: Eine Häufung an Bissen hat die Tierklinik Nürnberg laut Nürnberger Nachrichten bislang nicht feststellen können.

Von den erschlagenen Kreuzottern wollen sich die Anwohner jedoch distanzieren. Man wolle definitiv eine Lösung finden, manche Schlangen abzusiedeln, um den Bestand zu verringern. Die geschützten Tiere zu töten, sei keine Lösung. Wer die artgeschützten Tiere erschlagen hat, muss die Polizei nun klären.

tz

Auch interessant

Meistgelesen

Triathletin Julia Viellehner ist gestorben
Triathletin Julia Viellehner ist gestorben
„Unfassbarer Schmerz“: Große Trauer nach Tod von junger Radlerin
„Unfassbarer Schmerz“: Große Trauer nach Tod von junger Radlerin
Tote Triathletin: So bewegend nehmen Weggefährten Abschied
Tote Triathletin: So bewegend nehmen Weggefährten Abschied
Tote und Verletzte bei Unfall in Bayern
Tote und Verletzte bei Unfall in Bayern

Kommentare