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Todeskeime im Whirlpool: Frau stirbt

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Regensburg - Beate H. wollte ein kurzes Bad im Whirlpool des Hotel-Bungalows nehmen. Wenige Tage später war sie tot. Gestorben an den Folgen eines Todes-Keims. Nun muss sich ein Hotel-Direktor aus Österreich vor dem Gericht verantworten.

Die 49-jährige Beate H. aus Regensburg hatte sich so auf den Urlaub gefreut. Endlich einmal gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten ausspannen. Die Bergluft in Lungau bei Salzburg genießen, das Panorama bestaunen und abends schön essen. Zum Entspannen legte sich Beate H. in ihrer Luxus-Blockhütte in eine sogenannte Whirlwanne. Es sprudelte, es dampfte, und die 49-Jährige entspannte sich vom Alltag. Was sie nicht ahnte: Im Whirlpool lauerte der Tod.

Dort, wo eigentlich das Wasser für Entspannung und Wohltat sorgen sollte, warteten Nasskeime auf ihr Opfer. Denn nur wenige Stunden später klagte die Frau, die bei der Wasserwacht arbeitete, über heftige Bauschmerzen. Diese wurden so schlimm, dass sie gemeinsam mit ihrem Freund beschloss, den Urlaub abzubrechen. Zurück aus Österreich fuhr sie in die Uni-Klinik Regensburg. Hier erhielt sie dann die schreckliche Diagnose: Beate H. war von dem giftigen Bakterium „Pseudomonas Aeruginosa“ befallen worden. Ein Keim, der lebensbedrohlich sein und zum Tod führen kann. Auch Beate H. wurde die Erkrankung zum Verhängnis. Einen Tag nach der Diagnose starb die 49-Jährige an Organversagen.

Gutachter stellten später fest, dass sich Beate H. in Österreich den gefährlichen Keim geholt hatte. Proben ergaben, dass die Belastung in der Whirlwanne weitaus höher war, als zulässig. Gegen den Hotelier wurde Anklage erhoben. Dieser hingegen weist in den polizeilichen Vernehmungen jede Schuld von sich. Und das – obwohl der Bau des Whirlpools in der Blockhütte nicht einmal von den Behörden richtig genehmigt worden war. Nichtsdestotrotz ging dem Hotel-Direktor der Tod der Urlauberin an die Nieren. Die Tragöde, die Umsatzeinbußen danach und die Ungewissheit: Der Hotelier selbst befindet sich seit dem tragischen Fall in ärztlicher Behandlung. Nun muss ein Gericht klären, wer Schuld am Tod der begeisterten Wasserwachtlerin trägt. Damit so etwas nie wieder passiert.

tz-Stichwort: Pseudomonas aeruginosa

Pseudomonas aeruginosa ist ein bewegliches Stäbchenbakterium, das sich durch ausgeprägte Antibiotika-Resistenz auszeichnet. Das Bakterium findet man überall dort, wo Feuchtigkeit und genügend Sauerstoff vorhanden sind (Waschbecken, Toiletten, Bäder, etc.). Das Bakterium verursacht schlimme Erkrankungen, indem es die Abwehrmechanismen des Immunsystems überlistet. Die meisten Antibiotika sind wegen seiner Schutzkapsel nicht in der Lage es zu bekämpfen. Es befällt oft Wunden oder schadet der Lunge.

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