Strafverfahren eingestellt

Tod auf Spielplatz - Sozialstunden für Beteiligten

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An diesem Spielplatz starb das Opfer (20).

Landau/Oberviehbach - Bei einer Mutprobe auf einem Spielplatz ist vor rund einem Jahr ein 20-Jähriger gestorben. Nun wurde das Strafverfahren gegen einen der Beteiligten eingestellt.

Ein Jahr nach der tödlichen Mutprobe auf einem Spielplatz in Niederbayern ist das Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen einen der jungen Männer eingestellt worden. Der 21-Jährige erhielt vom Amtsgericht Landau jedoch die Auflage, 50 Sozialstunden abzuleisten, sagte am Donnerstag Gerichtsdirektor Hans Pieringer. Er bestätigte damit einen Bericht der „Passauer Neuen Presse“.

Freunde wollten im Internet für Aufsehen sorgen

Der Fall hatte im September 2012 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Mit gefährlichen Mutproben wollten vier Freunde im Internet für Aufsehen sorgen. Der letzte waghalsige Stunt endete für einen 20-Jährigen tödlich: Er war von seinen Kumpels in Oberviehbach (Landkreis Dingolfing-Landau) mit Klebeband an ein Spielplatzkarussell gebunden wurden. Dann wurde das Gerät mit Hilfe eines Autos gefährlich schnell gedreht und alles gefilmt. Der 20-Jährige wurde aus dem Karussell geschleudert und starb noch an der Unfallstelle. Der angeklagte 21-Jährige hatte den Wagen gefahren.

Angeklagter bedauert Tod seines Freundes zutiefst

Zwar war das Gericht überzeugt, dass er den Tod mitverschuldet hatte. Strafmildernd habe die Kammer jedoch bewertet, dass sich das Opfer ausdrücklich gewünscht hatte, an das Karussell angebunden zu werden, erläuterte Pieringer die Entscheidung. Auch dass der Angeklagte den Tod seines Freundes zutiefst bedauerte, wirkte sich günstig auf das Urteil aus. Laut Zeitungsbericht hatte der Mann im Verfahren gesagt: „Uns war zu keiner Zeit bewusst, dass das so ausgehen kann.“ Gegen die beiden anderen beteiligten jungen Männer gebe es kein Verfahren, sagte Pieringer.

Vater des Unglücksopfer appellierte an die Medien

Die Clique hatte bereits mehrere Videos mit gefährlichen Mutproben ins Internet gestellt. Sie erinnerten an eine US-Serie, die der Musiksender MTV vor Jahren erstmals ausgestrahlt hatte. In der Serie „Jackass“ führten professionelle Schauspieler mitunter gefährliche Aktionen aus, die witzig wirken sollen. Später erschienen zudem mehrere „Jackass“-Filme. Vor Nachahmung wurde dabei stets ausdrücklich gewarnt. Der Vater des 20-Jährigen hatte nach dem Unglück an die Medien appelliert: „Bitte warnen Sie alle Jugendlichen vor diesen verdammten Videos und vor diesen scheiß Jackass-Filmen.“

dpa

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