Tödliche Schüsse auf Mann: Rocker vor Gericht

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Blerim B (l-r), Bestrim B. und Asmon G. sitzen auf der Anklagebank im Landgericht Memmingen.

Memmingen - Zehn Monate nach tödlichen Schüssen auf einen 31-Jährigen in Neu-Ulm hat der Prozess gegen drei Männer begonnen. Die Mitglieder einer Rockergruppe stehen wegen gemeinschaftlichen Mordes vor Gericht.

Im Prozess gegen drei Mitglieder einer Rockergruppierung wegen gemeinschaftlichen Mordes ist es am ersten Tag in Memmingen nicht zur Verlesung der Anklage gekommen. Zum Prozessauftakt am Montag, der unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen stattfand, hatte zunächst der Verteidiger des mutmaßlichen Todesschützen einen Befangenheitsantrag gegen die Vorsitzende Richterin gestellt. Daraufhin hatte es eine mehrstündige Unterbrechung des Verfahrens gegeben. Nachdem das Landgericht den Befangenheitsantrag als unbegründet zurückgewiesen hatte, beantragten zwei Verteidiger, die Verhandlung auszusetzen. Nun soll der Prozess nicht wie geplant an diesem Donnerstag, sondern erst am Montag (4. November) fortgesetzt werden.

Angeklagt sind drei 21 bis 27 Jahre alte Männer aus Neu-Ulm. Sie sollen für den Tod eines 31-Jährigen verantwortlich sein. Der Chef einer Security-Firma und sein zehn Jahre älterer Begleiter waren im Dezember 2012 in Neu-Ulm auf offener Straße niedergeschossen worden. Während der Ältere einen Lungendurchschuss überlebte, erlag der 31-Jährige aus dem Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg seinen schweren Verletzungen. Laut Anklage soll nur einer der Männer - ein heute 22-Jähriger - geschossen haben. Die Tat soll jedoch zuvor mit dem mitangeklagten Brüderpaar abgesprochen gewesen sein.

Die drei Beschuldigten sollen sich am Abend des 16. Dezember 2012 mit drei Männern zu einer Aussprache in einem Neu-Ulmer Gewerbegebiet getroffen haben. Einer der Kontrahenten, der Betreiber eines Erotik-Parks, soll das Treffen veranlasst haben. Er machte die Mitglieder der Rockergruppierung für eine Bombendrohung in seinem Betrieb und für mehrere Buttersäureanschläge in einer Ulmer Diskothek verantwortlich. Nach einem Wortgefecht sollen mehrere Schüsse auf die 31 und 41 Jahre alten Begleiter des Erotik-Park-Betreibers abgefeuert worden sein.

Der Verteidiger des 22-Jährigen warf der Richterin in seinem Befangenheitsantrag vor, den für seinen Mandanten beantragten zweiten Pflichtverteidiger erst zwei Wochen vor Prozessauftakt bestellt zu haben. In dieser kurzen Zeit sei es nicht möglich, sich in die Akten einzulesen. Das Gericht hatte dies zurückgewiesen: Die zweite Pflichtverteidigerin habe zugesichert, eine ordnungsgemäße Verteidigung zu gewährleisten. In ihrem Antrag auf Aussetzung des Verfahrens gaben die Verteidiger an, nicht ausreichend Zeit gehabt zu haben, sich in 3600 Seiten weitergehendes Aktenmaterial

dpa

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