"Das war ein Kapitalfehler"

Tödlicher Crash: Jetzt redet Kammerlander

Rechts Hans Kammerlander, links das Wrack des Autos, in dem Rene E. starb.

München - Hans Kammerlander und der tödliche Unfall vom 26. November – jetzt hat der Extrembergsteiger zum ersten Mal selbst über das Geschehene gesprochen.

 Was er im Interview mit dem österreichischen Kurier gesagt hat, ist in der südtiroler Heimat des 57-Jährigen eingeschlagen wie eine Bombe. Und hat seinen Manager Siggi Pircher derart erschreckt, dass er gegenüber Bozener Medien versucht hat, die Existenz des Interviews zu bestreiten.

Dienstag, 26. November, gegen 19.30 Uhr, kurz vor Uttenheim im Ahrntal, nur 14 Kilometer von Kammerlanders Wohnung im Sander Ortsteil Ahornach entfernt. Der 21-jährige René E., der ebenfalls in Ahornach zu Hause ist, fährt mit einem Ford Fiesta talabwärts die so genannte UttenheimerLänge entlang. Kammerlander kommt ihm in seinem Mercedes-Kleinbus entgegen. „Auf der einzigen geraden Strecke im Pustertal“, wie Kammerlander im Interview sagt, krachen die beiden Autos frontal ineinander, René E. stirbt. Warum es zu dem Crash gekommen ist, wollen die Behörden klären – sicher aber ist, dass Kammerlander zum Zeitpunkt des Unfalls 1,48 Promille Alkohol im Blut hatte.

„Wenn man getrunken hat und fährt, hat man von vornherein die Schuld. Das ist eine Schuld, zu der man stehen muss.“ Das bekennt Kammerlander im Interview mit dem Kurier frank und frei, und mehr: „Die Höhe hat mich überrascht. Aber die Tests sagen das ganz klar. Das war ein Kapitalfehler.“

An den Unfall selbst erinnert sich der 57-Jährige eigenem Bekunden zufolge nur bruchstückhaft: „Ich weiß noch, dass ich ausweichen wollte. Dann hat es einen heftigen Aufprall gegeben. An die nächsten Minuten kann ich mich nicht erinnern.“ Dass ihm Gefängnis droht, wenn er als Schuldiger des Unfalls ermittelt werden sollte, ist ihm klar. „Die werden sicher herausfinden, wie das war“, sagt er, mit den Konsequenzen muss ich leben.“ Selbst wenn er unschuldig sei, „wird nichts mehr so sein, wie es einmal war“.

Die Angehörigen des Verstorbenen kennt der Bergsteiger natürlich: Sie leben wie er in der Gemeinde Sand. Gesprochen hat er noch nicht mit ihnen Mit ihnen, dazu sei es noch „zu früh“. Kammerlander: „Aber der Kontakt zur Familie ist mir wichtig.“

mdu

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