29-Jähriger erliegt Verletzungen

Tödlicher Stegbau-Unfall schockt Tegernsee

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Ein Blumengebinde für den Verunglückten legten Vertreter der Stadt Tegernsee gestern an der Unglücksstelle ab. Der 29-jährige Juniorchef der Baufirma war am Dienstag bei Stegbauarbeiten ums Leben gekommen.             

Tegernsee - Nach dem tragischen Unglück an der Steg-Baustelle, bei dem der 29-jährige Junior-Chef des Pfahlbau-Unternehmens tödlich verletzt wurde, ist Tegernsee geschockt. Die Kripo ermittelt.

Wie die Kripo Miesbach inzwischen offiziell bestätigt, war ein Stahlseil an einer Ramme gerissen, die zum Setzen der Holzpfähle dient.

Bei diesem Gerät wird ein Gewicht an einem Stahlseil mehrere Meter nach oben gezogen, um dieses dann in einem weiteren Arbeitsschritt auf den Pfahl zu setzen. Durch Rüttelbewegungen wird dann der Pfahl in den Seegrund getrieben. Bei dem Unglück riss das Stahlseil aus bisher noch ungeklärten Gründen, woraufhin das herunterfallende Gewicht den 29-jährigen Arbeiter, der gerade einen Holzpfahl festhielt, am Kopf traf. Er stürzte in den See.

Sofort nach der Bergung begannen Rettungskräfte und 14 Mann der Tegernseer Feuerwehr mit Reanimationsmaßnahmen. Ein Rettungshubschrauber flog ihn ins Münchner Klinikum Bogenhausen, wo der ledige Mann aus Obertaufkirchen (Landkreis Mühldorf) seinen massiven Verletzungen erlag.

Inzwischen haben die Kripo Miesbach und Sachverständige des Gewerbeaufsichtsamtes die Ermittlungen aufgenommen. Die Baustelle ist abgesperrt. „Wir müssen feststellen, ob Vorschriften missachtet oder fahrlässig gehandelt wurde“, sagt Kripo-Chef Hans Schweiger.

Bei dem Verunglückten handelt es sich um den Junior-Chef der Firma aus dem Raum Mühldorf. Sie hatte bereits sämtliche Pfosten für den im April per Bürgerentscheid durchgesetzten, 200 Meter langen Spazierweg zwischen Macke-Anlage und Länd im See gesetzt. Dann kam bekanntlich das Hochwasser, der Betrieb ruhte. Vor wenigen Tagen wurden die Arbeiten wieder aufgenommen. Der Unfall bedeutet eine erneute Verzögerung für die für Juli geplante Fertigstellung des Stegs. Laut Kripo werden die Arbeiten wohl mehrere Tage ruhen.

Wie es dann weitergeht, ist auch Vize-Bürgermeister Anton Staudacher noch nicht klar. Fest steht, dass dies die letzten Arbeiten für das Unternehmen gewesen wären. Den Überbau des Steges übernimmt ohnehin eine andere Firma. „Mit einem gewissen Abstand werden wir sicherlich Kontakt aufnehmen, um zu klären, wie's weitergeht“, so Staudacher, der noch am Dienstagabend den im Urlaub weilenden Amtschef Peter Janssen über das Unglück telefonisch informierte.

Um das Mitgefühl der Stadt Tegernsee auszudrücken, hat Staudacher gestern Nachmittag zusammen mit Mitarbeitern des Bauhofs ein Blumengebinde an der Unglücksstelle auf dem Floß niedergelegt.

mm

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