Frau tot, Mutter mit Kind schwer verletzt

Unfall am Bahnübergang: Zug rast in Auto

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Das Auto wurde bei der Kollision völlig zerstört.

Warngau - Zu einem tödlichen Unfall kam es am Ostermontagmorgen am Bahnübergang in Warngau, als ein Auto von einem Regionalzug erfasst wurde.

Es ist ein Bild der völligen Verwüstung: Ein silberner Fiat Panda liegt zerquetscht am Waldrand, überall Trümmer und Kleidungsstücke. Hektisch versuchen Ersthelfer, die schwerverletzten Insassen aus dem rauchenden Wrack zu befreien.

Was war passiert? Bei Warngau war ein Zug der BOB direkt in ein Auto gerast. Die traurige Bilanz: Eine 53 Jahre alte Frau ist tot, eine 30 Jahre alte Mutter lebensgefährlich verletzt – und auch ihr sieben Jahre alter Sohn muss mit schweren Verletzungen in eine Münchner Klinik geflogen werden.

Das Drama am Ostermontag: Gegen 9.45 Uhr ist der Fiat Panda mit Münchner Kennzeichen auf der Ortsverbindungsstraße von Piesenkam nach Warngau (Kreis Miesbach) unterwegs. Kurz nach einem Waldstück gibt es einen unbeschrankten Bahnübergang, er ist lediglich mit einem Blinklicht gesichert. Dort gilt Tempo 50. Das Drama nimmt seinen Lauf. Ein Inte­gralzug der BOB, der Richtung Schaftlach unterwegs ist, erfasst den Kleinwagen an der Beifahrerseite. Das Auto schleudert 30 Meter weiter an einen Baum. Es landet schließlich auf dem Dach am Waldrand. Laut dem Miesbacher Kreisbrandinspektor Anton Riblinger müssen Helfer der Feuerwehr die beiden eingeklemmten Erwachsenen aus dem Auto schneiden; die Bergung dauert gut eine dreiviertel Stunde. „Das Kind war schon draußen, als wir kamen“, sagt er – Ersthelfer hatten es aus dem Auto befreit. Die Front des Zuges, der kurz nach der Unfallstelle liegen geblieben war, wurde bei dem Unfall eingedrückt. Die 50 Passagiere mussten zweieinhalb Stunden im Zug ausharren und die Rettungsaktion mitbeobachten. Ein Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes kümmerte sich um sie. Auch der Fahrer wurde von Psychologen betreut.

Noch ist unklar, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Hatte die Autofahrerin das Blinklicht übersehen? Oder war dieses gar defekt? Gutachter sollen die Umstände nun klären.

Bilder vom Unfallort

Tödlicher Unfall am Bahnübergang Warngau

MK/AGE

Die Katastrophe vom Sommer 1975

Zugunglück bei Warngau! Viele, die diese Worte hören, denken sofort an das Jahr 1975 zurück. Am Abend des 8. Juni 1975 kam es zwischen Warngau und Schaftlach nämlich zu einer regelrechten Katastrophe. Bei einem Frontalzusammenstoß zweier Eilzüge wurden 41 Menschen getötet und 126 verletzt. Ursache des Unglücks war damals menschliches Versagen, da es zu einem Missverständnis der Fahrdienstleiter von Warngau und Schaftlach bei einer Luftkreuzung kam. Luftkreuzung bedeutet, dass beide Fahrdienstleiter telefonisch vereinbaren, an welcher Ausweichstelle auf der eingleisigen Strecke die Züge aneinander vorbeifahren sollen. In diesem Fall dachten beide Männer, sie hätten „Vorfahrt“. Die Loks rasten dann aber ineinander. Das Drama sorgte dafür, dass das System Luftkreuzungen abgeschafft wurde.

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