Veranstalter sieht Verantwortung bei Fahrern

Bad Tölz: Vier Verletzte bei Seifenkistenrennen

Das BRK brachte drei verletzte Kinder ins Krankenhaus.

Bad Tölz – Beim Seifenkistenrennen an der Tölzer Osterleite ging doch nicht alles so glimpflich ab, wie es sich am Sonntag zunächst darstellte. Der erwachsene Teilnehmer, der sich nach einem Sturz selbst ins Krankenhaus begab, hat sich laut Veranstalter die Wirbelsäule angebrochen und liegt in der Unfallklinik in Murnau.

Laut Polizei handelt es sich bei dem Schwerverletzten um einen Tölzer (33), der im Zielbereich einen Fahrfehler machte und mit seinem Gefährt stürzte.

Die Kinder, die zu Schaden kamen, sind nach Auskunft der Polizei leicht verletzt. Es handelt sich um einen zwölfjährigen Buben aus Bad Aibling, der mit seinem Gefährt in die Gummireifen am Streckenrand gerast war, und dabei ein Tölzer Geschwisterpaar (elf und neun Jahre alt) angefahren hat. Insgesamt sind laut Polizei sieben Seifenkisten „verunfallt“, wie es im Fachjargon heißt.

Das Seifenkistenrennen war das dritte, das der Real-Verbund nach 2003 und 2009 an der Osterleite durchführte. Wie Alexander Schindler, Leiter des Fachbereichs für Öffentliche Sicherheit und Ordnung im Tölzer Rathaus, berichtet, bekommt der Veranstalter vorab Auflagen bezüglich Streckenverlauf und Sicherheitsvorkehrungen. So besteht zum Beispiel Helmpflicht. „Trotzdem: Mit kleineren Unfällen muss man bei einem Seifenkistenrennen rechnen“, sagt Schindler.

Für die Abnahme der Fahrzeuge ist nicht ein Fachmann vom TÜV vorgeschrieben. Der Real-Verbund regelte das – wie in den vergangenen Jahren auch – mit zwei Fahrschullehrern. „Wir haben alle Fahrzeuge gewogen, Bremsen, Lenkung und Sicherheit überprüft“, sagte Fahrlehrer Wolfgang Gritzuhn am Sonntag im Gespräch mit unserer Zeitung. Man habe auch allen Startern gesagt, sie sollten vorsichtig sein.

Veranstalter Arnold Torhorst sieht die Schuld bei den Teilnehmern. Einige hätten sich „dem Rausch der Geschwindigkeit hingegeben“, sagt er, auch in Bezug auf den Zwölfjährigen. „Ich sehe hier auch die Eltern in der Verantwortung, ihren Kindern beizubringen, wie man verantwortungsvoll steuert.“ Auf die Frage, warum es eine Zeitwertung geben musste, antwortet Torhorst: „Das gehört für mich dazu. Da geht es um Ehrgeiz und Stolz, das ist Teil unserer Gesellschaft.“ Laut Torhorst waren auch Bewohner der Einrichtungen seines Real-Verbunds unter den Fahrern. „Sie konnten anscheinend die Geschwindigkeit nicht einschätzen und haben falsch gesteuert.“

Auch einige Zuschauer, so Torhorst weiter, seien leichtsinnig gewesen und hätten anfangs zu nah hinter den Gummireifen gestanden. Erst nachdem die Ordner eingegriffen hätten, seien sie „in vernünftigem Abstand gestanden“. Strohballen habe man nicht aufstellen wollen, so der Geschäftsführer. Begründung: „Das war beim vergangenen Mal eine Sauerei.“

Bei den Rennen 2003 und 2009 habe es kurz nach dem Start mehrere „Schikanen“ gegeben, so dass die Teilnehmer nicht so schnell an Fahrt aufnahmen. Wenn man wieder ein Seifenkistenrennen veranstalte, würde man die Streckenführung wieder so wie damals gestalten, sagt Torhorst. Jedenfalls sei es „eine tolle Veranstaltung“ gewesen, die „mehr als doppelt so viele Zuschauer hatte“ als die zunächst genannten 1500.

Die Stadt Tölz will nach Eingang des Polizeiberichts prüfen, ob sie tätig wird. Sie hatte – mit Feuerwehr, Polizei und Veranstalter – nach dem Sturz der Kinder die Streckenführung korrigieren lassen und auch überlegt, das Rennen abzubrechen. Für den zweiten Durchgang wurde die Strecke dann noch mal ein Stückchen begradigt. Das Problem waren Kurven, in denen einige Starter nicht mehr lenken konnten.  

Christiane Mühlbauer

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