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Töteten sie Mathias Vieth?

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Maskiert: Die zwei Bankräuber bei einem Überfall im September © Polizei

Augsburg/Heilbronn - Eine mysteriöse Verquickung von schwersten Straftaten führt vielleicht zum Mörder des Augsburger Polizisten Mathias Vieth (41). Wir erklären die sensationelle Wende.

Als am Freitag in Eisenach die Leichen von zwei Bankräubern in einem ausgebrannten Wohnmobil entdeckt wurden, fanden sich in dem Wrack auch Schusswaffen – darunter zwei seit 2007 verschwundene Polizei-Dienstpistolen. Sie gehörten der in Heilbronn von Unbekannten erschossenen Streifenbeamtin Michèle Kiesewetter (22) und ihrem damals schwerverletzten Kollegen (24). Die Mörder blieben flüchtig.

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aufdrängt: Sind die Bankräuber aus Eisenach – es handelt sich um die Neonazis Uwe M. (38) und Uwe B. (34) – auch für den Polizistenmord im Augsburger Siebentischwald verantwortlich? Dort war vor zwölf Tagen der Beamte Mathias Vieth erschossen worden. Den Tätern gelang es, wie schon im Heilbronner Fall, unerkannt zu bleiben. Ein Sprecher der Polizei Augsburg. „Die Entwicklung wird bei uns als Spur verfolgt.“ Freilich sei dies eine Spur von vielen, die derzeit geprüft und bewertet werde. Geprüft werde zum einen, ob Vieth mit den in Eisenach entdeckten Waffen getötet wurde. Zudem sollen die DNA-Spuren der Bankräuber mit den im Siebentischwald gefundenen Spuren verglichen werden. „Mit Ergebnissen ist in den kommenden Tagen zu rechnen“, sagte der Sprecher.

Doch wie kam es zu den dramatischen Entwicklungen? Uwe B. und Uwe M, hatten am Freitag in Eisenach eine Sparkasse überfallen. Kurz darauf wurde ihr Fahrzeug entdeckt. Polizeibeamte näherten sich dem Wohnmobil. Plötzlich hörten sie Schüsse im Innenraum, das Wohnmobil brannte. Darin fanden sich nach dem Löschen die Leichen, Waffen und tausende Euro Bargeld.

Die beiden Toten galten als gefährliche Rechtsradikale, die von der Antifa als Faschobomber von Jena bezeichnet wurden und für Angst vor rechtem Terror sorgten: Im September 1997 war auf einem Jenaer Platz ein mit einem Hakenkreuz bemalter Koffer gefunden worden. Darin einige Gramm TNT. Hersteller: höchstwahrscheinlich Uwe M., Uwe B. und deren Komplizin Beate Z. (heute 36). Bei einer späteren Razzia wurde sogar ein Anschlag vereitelt. Das Trio hatte in einem Labor Rohrbomben hergestellt, mit nunmehr insgesamt 1,4 Kilo TNT-Sprengstoff. Und: Die drei Neonazis sollen auch beim Bau von weiteren Sprengkörpern beteiligt gewesen sein – unter anderem ging eine Bombenattrappe an die Polizeidirektion. Den Faschobombern gelang aber die Flucht, sie gingen in den Untergrund. Als ihre Taten im Jahr 2003 verjährten, bezeichnete die Opposition im Thüringer Landtag aus PDS und SPD die Umstände als „rätselhaft, nicht erklärbar“. Brisant: Das untergetauchte Trio gehörte auch dem rechtsradikalen Thüringer Heimatschutz an, deren Organisator wurde 2001 als Spitzel des Verfassungsschutzes enttarnt. Die Untergetauchten selbst blieben verschollen. Bis jetzt.

Drei Stunden, nachdem im Wohnmobil Feuer gelegt worden war, explodierte in Zwickau ein Haus. Darin hatten die Bankräuber und ihre Komplizin Beate Z., die zwei Decknamen benutzte, gelebt. Die 36-Jährige stellte sich gestern der Polizei. Sie ist die einzige Überlebende des radikalen Trios, die einzige, die weiß, was geschah.

Weiß sie auch, was in Augburg geschah? Fakt ist: Die Bande ist hochgefährlich, überraschte Mathias Vieth genau sie bei einer Straftat? Gestern gab die Polizei noch bekannt, dass am Tatort ein Helmvisier lag. Dieses gehört zu einem Modell, das aus Thailand importiert wurde und hierzulande bei einem Discounter zu kaufen war.

MC

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