Vier Tage im Schneesturm

Tourengeher sitzen in Kemptner Hütte fest

Oberstdorf - Vier Tage lang saßen Skitourengeher auf einer Berghütte im Allgäu fest. Ein Wetterumschwung hatte ihre Pläne durcheinandergewirbelt.

Eingeschneit in einer kuscheligen Skihütte – das klingt doch romantisch, oder nicht? Für fünf Skitourengeher wurde eine solche Situation auf der Kemptner Hütte oberhalb Oberstdorf aber zum Albtraum: Unfreiwillig waren sie vier Tage lang im nicht ganz so kuscheligen Winterraum gefangen, weil draußen ein Schneesturm tobte. Als auch noch das Essen knapp wurde, wurden die zwei Frauen und die drei Männer gerettet.

Ein Paar aus Bad Aibling und ein Trio aus Kempten, Kaufbeuren und München hatten sich am Samstagmorgen zufällig auf den gemeinsamen Weg gemacht. Ziel war von Holzgau im Lechtal zur Kemptner Hütte (1844 Meter Höhe). Dort wollten die Schneesportler übernachten und am nächsten Tag weiter Richtung Mädelegabel gehen.

Am ersten Abend saß die Zweckgemeinschaft (alle im Alter zwischen 25 und 35 Jahren) munter beieinander, man tauschte sich aus und freundete sich an. Was die Gruppe nicht bemerkte: Draußen gab es einen Föhneinbruch, und Schneefall setzte ein. Die Lawinengefahr stieg dabei rapide. Sonntagmorgen packten die Skitourengeher ihre Sachen und machten sich auf dem Weg. Auf dem Weg zum Mädelejoch löste ein Teil der Gruppe ein Schneebrett aus. Da war klar: Sicher ist nur der Weg nach unten. Ein Abstieg übers Lechtal war nicht mehr möglich, so dass die Gruppe den Abstieg durch den Sperrbachtobel nach Oberstdorf versuchte. Doch auch hier war die Lawinengefahr so ex­trem, dass die fünf entschieden, zurück zur Hütte aufzusteigen.

Man beratschlagte, die Wetteraussichten abzuwarten. Doch am Montag war die Wetterlage noch schlimmer. Gemeinsam blieben die Skitourengeher in der Hütte, rationierten das Essen, teilten das Brennholz ein und schrieben am Abend Kurzmitteilungen an Angehörige, die wiederum die Bergwacht Oberstdorf verständigten. Obwohl das Wetter eigentlich zu schlecht war, flog ein Hubschrauber die fünf nacheinander am Dienstag aus. „Zu groß war das Risiko, die Gruppe noch mehrere Tage auf der Hütte zu lassen“, hieß es von der Bergwacht Oberstdorf. Doch auch ein Lob gab’s: „Die Skitourengeher haben alles richtig gemacht.“

aw

Rubriklistenbild: © dpa

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