Nach Krach wegen LaBrassBanda

Barfuß aufs Trachtenfest? So diskutieren unsere User

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LaBrassBanda beim Konzert - aber geht das auch beim Trachtlerfest?

Ruhpolidng - Barfuß auf dem Trachtenfest - coole Nummer oder No-Go? Die Diskussion unserer User ist heiß und hochemotional - und zeigt vor allem eines: Eine leichte Antwort gibt es nicht.

Dass eine Band mal so die bayerische Heimaterde aufwiegelt - und das auch noch völlig unbeabsichtigt - hat wohl kaum einer geahnt. Hermann Feil (47), Vorsitzender des Gebirgstrachtenerhaltungsvereins "D'Miesenbacher", hatte die Band LaBrassBranda zum 124. Trachtenfest im Gau 1 eingeladen. Die Reaktion kam prompt: Der Ehrenvorsitzende des Bayerischen Trachtenvereins, Otto Duftler, droht mit Boykott und nach der Meinung des aktuellen Vorsitzenden Max Bertl hat LaBrassBanda nichts auf einem Trachtenfest zu suchen.

Auch unsere User spaltet das Thema selten krass. Dabei stehen sich weniger nur bedingungslose Modernisierer und volkstümliche Traditionalisten gegenüber - im Gegenteil: Verständnis gibt es auf beiden Seiten und keine Seite macht es sich leicht mit Antworten.

"Es kommt immer drauf an wie "Volksmusik" definiert wird", schreibt ein User gleich zu Beginn der Diskussion. Auch diese Art der Musik dürfe sich weiterentwickeln. "Muss es unhygienisch, lächerlich, entartet Barfuß sein?", fragt Furor. Die Antwort folgt auf barem Fuß: "Barfuß hat ja wohl die längste Tradition. Oder glauben Sie das es vor zigtausend Jahren schon Haferlschuh gegeben hat?"

User Wolli gibt fast lyrisch zu bedenken: "Wie heißt es so schön, Tradition ist die Weitergabe des Feuers und nicht das Herumtragen der Asche." Auch hier reagiert Furor, dabei aber schon wesentlich differenzierter: "Tradition ist aber auch Bestandteil jeder Kultur und sollte nicht verleugnet werden", schreibt er. Schließlich habe Tradition auch etwas mit Stolz und Würde zu tun. Deshalb ist Furor die Tradition zu wertvoll, um jedem Zeitgeist geopfert zu werden. Und: "Beides kann Nebeneinander bestehen." Schließlich müsse es ja nicht immer "entweder oder" heißen. uwe8888 findet die Haltung trotzdem rückständig. Deshalb finde sich bei derartigen Veranstaltungen aufdem Land auch nur noch die 60+ Generationen ein. "Das regional Lokale in seiner ganzen Vielfalt, hat Zulauf wie noch nie", findet dagegen Furor. Und sagt auch hier fast versöhnlich: "Die klassischen Oktoberfestdirndl aus Fernost, ja, für Partys und 14 Tage Wies'n, für den Eros!" Aber eben bitte nicht fürs Trachtenfest. Denn: "Das G'wand geht anders." Und Zefix unterstützt: "Ich kann das verstehen, die Musik hat nichts mit Brauchtum zu tun und ist schlicht unerträglich. Man muss da nichts vermischen, das kann alles für sich alleine stehen, Tradition und Moderne."

Ein weiterer Beitrag eines Users zu LaBrassBanda kritisiert, dass die Musiker keine Hosenträger tragen: "Es mag unverständlich klingen, aber nicht die Barfüßigkeit, nicht die T-Shirts sind an der Mode das Problem, sondern die fehlenden Hosenträger."

Zusammengefasst von Klaus-Maria Mehr

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