In Holzgünz

Tragischer Tod einer Sechsjährigen - ein Dorf ist geschockt

Holzgünz - Ein Mädchen stirbt auf dem Heimweg von der Schule und ein kleines Dorf im Unterallgäu steht unter Schock. Doch es war nicht der erste Zwischenfall.

Es muss der entsetzlichste Horror sein, den eine Mutter am Montagmittag in Holzgünz erlebt hat: Vor ihren Augen wurden ihre sechsjährige Tochter und deren gleichaltrige Freundin beim Überqueren der Straße von einem Auto erfasst. Wie wir bereits berichteten, starb eines der Kinder noch am Abend im Krankenhaus, das andere liegt schwer verletzt in der Klinik.

Am späten Vormittag waren die beiden Erstklässlerinnen von der Grundschule in Ungerhausen mit dem Schulbus nach Holzgünz gekommen. Danach hatten sie Flötenunterricht beim Musikverein. Es war kurz vor 12 Uhr, als die beiden in Begleitung der Mutter in der kleinen Gemeinde im Kreis Unterallgäu dann nach Hause gingen. Dazu mussten sie die Hauptstraße überqueren, auf der Tempo 50 gilt. Wegen des nahen Kindergartens stehen in dem Bereich Warnschilder, die auf querende Kinder hinweisen. Einen Zebrastreifen oder eine Ampel gibt es jedoch nicht.

Wie es genau zu dem Unfall kam, kann die Polizei bis jetzt noch nicht genau sagen. Sicher ist, dass ein 84-Jähriger, der mit seinem Mercedes 190 in Richtung Norden fuhr, die beiden Mädchen erfasste. Ob die Kinder in das Auto gerannt sind, oder ob der Fahrer aus dem Landkreis die beiden übersehen hat, ist noch unklar.

Zweites Kind liegt schwer verletzt im Krankenhaus

Eines der beiden Mädchen wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Seine Verletzungen waren aber zu schwer. Es starb noch am Abend. Über den Zustand des zweiten Kindes sagte die Polizei am Dienstag, dass es mit sehr schweren Verletzungen im Krankenhaus liege.

„Wir sind alle geschockt“, sagt Paul Nagler, Bürgermeister von Holzgünz, zur tz. Man kennt sich in der 1200-Seelen-Gemeinde nahe Memmingen. „Vor ein paar Monaten sind sie noch hier in den Kindergarten gegangen“, berichtet Paul Nagler. Der liegt neben dem Rathaus und neben der Kirche. Dort, wo der schreckliche Unfall geschah.

Ob ein Zebrastreifen das Unglück verhindert hätte? Paul Nagler sagt, dass die Gemeinde einen beantragt habe. Das Gegenargument der Behörden sei gewesen, dass eine solche Einrichtung trügerische Sicherheit vorspiegle. Wichtiger wäre dem Bürgermeister, dass eine Umgehungsstraße gebaut wird. Dagegen werde aber von verschiedenen lokalen Gruppen und Vereinen geklagt. Derzeit laufe das Revisionsverfahren.

Er sehe es als seine Pflicht an, für den Bau dieser Straße einzutreten. „Vor etwa 15 Jahren ist hier schon einmal ein siebenjähriges Kind ums Leben gekommen“, weiß Paul Nagler. Am Montag starb eine Sechsjährige.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

auch interessant

Meistgelesen

In München und dem westlichen Oberbayern: Warnung vor Glatteis
In München und dem westlichen Oberbayern: Warnung vor Glatteis
Tod auf der Theaterbühne: "Es war grausig"
Tod auf der Theaterbühne: "Es war grausig"
Schneefall in Bayern: Auf den Straßen bleibt‘s gefährlich
Schneefall in Bayern: Auf den Straßen bleibt‘s gefährlich
Temperaturen sinken: Erst Sturm, dann Dauerfrost
Temperaturen sinken: Erst Sturm, dann Dauerfrost

Kommentare