Beliebte Kräuterexpertin ist tot

Trauer um Eva Aschenbrenner

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Mit 89 Jahren verstarb die beliebte Kräuter-Expertin nun in ihrem Heimatort Kochel. Dort soll sie auch beerdigt werden

Kochel am See - Eva Aschenbrenner gab vielen Menschen Kraft. Vergangenen Freitag ist die beliebte Kräuterexpertin im Alter von 89 Jahren in einem Seniorenheim gestorben.

„Die Menschen sollen möglichst gesund leben. Und sie sollen möglichst gesund sterben.“ Diese Sätze stammen von Eva Aschenbrenner aus Kochel, die sich selbst die Pflanzenheilkunde beigebracht und darüber elf Bücher geschrieben hat. Vergangenen Freitag ist die beliebte Kräuterexpertin im Alter von 89 Jahren in einem Seniorenheim gestorben. Ihr Sohn Robert (62), dessen Lebensgefährtin Catherine und eine Vertraute aus Tirol begleiteten am Sterbebett die Autorin, die vielen Menschen mit Gesundheitstipps wieder neue Hoffnung gegeben hatte.

Eva Aschenbrenner steckte viele mit ihrer Kraft und ihrem Lebensmut an. Eigenschaften, die sie bereits in der Kindheit prägten. Die Tochter einer Köchin und eines Wagners wuchs in einem Zuhäusl auf. Mit neun Jahren musste sie schon bei einem Bäcker noch vor dem Schulunterricht mitarbeiten. „Sie bekam kein Geld, dafür wurde aber mitverpflegt“, berichtet ihr Sohn Robert von der harten Zeit. Sie lernte Hauswirtschafterin, werkelte später im Bayerischen Wald, während des Zweiten Weltkriegs in einem Ferienheim für ausgebombte Kinder in Bad Wiessee und schließlich wieder in Kochel, wo sie mit dem Radl die Post ausfuhr.

Erst mit knapp 60 Jahren beschäftigte sie sich eingehend für die Heilkraft der Kräuter und vertiefte das Wissen über die Jahre hinweg. Dabei wurde sie immer bekannter und schrieb schließlich ihr erstes Buch: Der Wildkräutergang mit Eva Aschenbrenner durchs Jahr. Es wurde auf Anhieb ein Erfolg, zehn weitere folgten, dazu kamen Auftritte, Vorträge und Führungen durch die Wiesen. Dabei vermittelte die Kochlerin ihren Zuhörern vor allem eins: „Es gibt für alles ein Mittel, es gibt kein Unkraut, ich glaube an die Heilkraft der Natur.“ Für ihre Ratschläge erhielt sie waschkörbeweise Dankesbriefe.

Im Laufe der vergangenen zwölf Monate wurde die „Aschenbrennerin“ schwächer. Ein Pflegefall wollte sie nie werden, u.a. deshalb hatte sie eine Patientenverfügung geschrieben, in der sie den Einsatz von lebenserhaltender Gerätemedizin untersagte. Als nun eine Dialyse dringend vonnöten war, wurde diese Therapie aufgrund der Verfügung nicht durchgeführt. Eva Aschenbrenner entschlief so im Beisein ihrer Lieben und folgte ihrem Ehemann Hans, der im Jahr 2001 vorangegangen war.

Die Trauerfeier für Eva Aschenbrenner beginnt am kommenden Freitag um 14.30 Uhr in der Kirche St. Michael in Kochel. Daran schließt sich die Beerdigung an.

mc

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