Schwere Vorwürfe

Diese Traueranzeige sorgt für heftige Diskussionen

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Die Todesanzeige hat Sprengkraft.

Weilheim - In einer Traueranzeige hat der Sohn einer Verstorbenen schwere Vorwürfe gegen ein Krankenhaus erhoben. Die Umstände des Todes seiner Mutter machten ihn stutzig.

„Meine Mutter ist am 18. Februar 2016 im Weilheimer Krankenhaus verstorben. Vom menschlichen Umgang der verantwortlichen Ärzte mit dem Tod meiner Mutter bin ich schwer enttäuscht. Die Umstände des Todes meiner Mutter werde ich möglichst genau aufklären.“ So steht es in einer Traueranzeige, die am Mittwoch im Weilheimer Tagblatterschienen ist. Aufgegeben hat die Anzeige Ullrich Klinkicht (52) für seine Mutter Lotte Klinkicht, die im Alter von 93 Jahren verstorben ist. Die Vorwürfe, die in der Anzeige erhoben werden, sorgen für heftige Diskussionen.

„So etwas hatten wir noch nie“, sagt Isa Berndt, Leitung Kommunikation der Krankenhaus GmbH. Die Anzeige habe am Tag ihres Erscheinens „das ganze Krankenhaus in Aufruhr versetzt“. Dr. Thomas Waldenmaier, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie am Weilheimer Krankenhaus, suche nun das Gespräch mit Klinkicht, um die Angelegenheit zu klären, so Berndt.

Ein Gespräch, das sich Klinkicht früher gewünscht hätte. Seine Mutter, so sagt er dem Weilheimer Tagblatt, sei am 15. Februar gestürzt und habe sich den Unterschenkel gebrochen. Sie sei im Krankenhaus Weilheim operiert worden. Auf der Überwachungsstation sei es ihr recht gut gegangen, auch noch am Vormittag des 18. Februar, als er sie letztmals besuchte. Gegen 15.10 Uhr habe ihn dann aber ein Anruf eines Arztes erreicht, dass seine Mutter im Sterben liege. Als er 15 Minuten später ins Krankenhaus kam, sei sie tot gewesen. „Die Apparate waren schon abgestöpselt“, so Klinkicht. Nach über einer halben Stunde habe er mit einem Arzt sprechen können – für zehn Minuten. „Wo­ran meine Mutter gestorben ist, habe ich nicht erfahren“, so Klinkicht.

Ullrich Klinkicht

Erst Tage später erfuhr Klinkicht, woran seine Mutter gestorben ist. Laut vorläufigem Obduktionsergebnis „an einer akuten Lungenentzündung und einer Fett-Embolie“. Von einer Lungenentzündung sei aber während der drei Tage im Krankenhaus nie die Rede gewesen, so Klinkicht. Und noch etwas macht ihn stutzig: der Eintrag des Todeszeitpunktes auf der Sterbeurkunde. Wenn diese Uhrzeit stimmt, starb seine Mutter eine Viertelstunde, bevor er angerufen wurde. „Ich möchte nur Antworten auf meine Fragen“, sagt Klinkicht. Das sei auch der Grund für den Text in der Todesanzeige gewesen.

B. Gretschmann

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