Augenzeuge schildert Blutbad

Traunreut: Ferdinand F. erschoss zwei Menschen in Hex-Hex-Bar

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Der mutmaßliche Täter Ferdinand F. bei der Festnahme.

In Traunreut hat Ferdinand F. (62) zwei Männer in einem Lokal erschossen. Ein Augenzeuge schildert in der tz das Blutbad in der Hex-Hex-Bar.

Traunreut - Die Hex-Hex-Bar am Traunreuter St. Georgs-Platz – sie galt vielen Gästen als Fels in der Brandung : „Wir gehen dahin, weil es da nie Stress oder Streit gibt. Alle sind lustig, die Wirtin Gaby (50) ist herzlich und auch mal resolut, sie hat alles im Griff“, sagt Stammgast Roland L. (57). Doch die kleine Kneipe im Landkreis Traunstein ist nun bis auf Weiteres gesperrt, die Tür von der Polizei versiegelt. Denn hier kam es Samstagnacht zu einem grausigen Blutbad.

Ferdinand F. (62) betrat gegen 22.30 Uhr mit einem Repetiergewehr das Lokal. Er eröffnete das Feuer, traf die beiden besten Spezl Erwin H. und Paul O. (beide 31) tödlich. Wirtin Gaby S. und ihre Helferin Chrissie L. (28) wurden durch Treffer schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt und befinden sich im Traunsteiner Krankenhaus. Der Schütze wurde noch am Tatort festgenommen.

Erwin und Paul, die beiden Freunde, waren pure Zufallsopfer. Erwin hatte erst in einem nahen Ort ein Haus gebaut. Er war verheiratet, seine Ehefrau erwartet ein Kind. Paul O. arbeitete bei einer großen Firma in Traunreut und stammte wie Erwin aus einem Ort nahe Altenmarkt. Weshalb die beiden an jenem schicksalhaften Abend im Hex-Hex aufschlugen, wann sie dort eintrafen, wird Teil der Ermittlungen werden.

Ein weiterer Stammgast erzählt der tz, was sich kurz vor dem Massaker in der Bar ereignet hat. Marko S. (Name geändert) war nämlich noch gegen 20.30 Uhr in dem Lokal. „Ich war alleine mit Gaby und Chrissie, einen Kaffee trinken und einen Kurzen. Da kam so ein Typ mit einer weißen Kappe herein.“ War das Ferdinand F.? „Er sagte, er sei auch zum ersten Mal hier, wohne jetzt im Haus mit der Nummer 23.“ Die Nummer des Hauses, in der Ferdinand F. lebte. Fest steht: Der Mann ging wieder, auch Stammgast Marko S. Kurz darauf müssen Erwin H. und Paul O. das Hex-Hex betreten haben. Ein weiterer Passant erzählt der tz: „Ich ging am Abend beim Hex-Hex vorbei. Die Gaby hat mit einem Mann draußen laut diskutiert.“ Gab es da Ärger mit dem späteren Todesschützen?

Blutbad in Hex-Hex-Bar in Traunreut: Ferdinand F. holte Gewehr aus seiner Wohung

Ferdinand F., den Bekannte von früher als eigentlich ruhigen und umgänglichen Menschen beschreiben, ging offenbar die 100 Meter zu seiner Dreizimmerwohnung und holte sich das Gewehr. Im Hex Hex tötete er die jungen Männer und verletzte die zwei Frauen. Nach den Schüssen brachte er die Waffe wieder in die Wohnung zurück. Danach mischte er sich unter die Schaulustigen, die sich rund um den Tatort versammelt hatten. Eine der verletzten Frauen hatte aber eine so gute Beschreibung hinterlassen, dass ihn Polizisten in der Menge erkannten. Ferdinand F. wurde verhaftet. Stunden später, mitten in der Nacht, rückte dann das SEK an und brach die Türe zu seiner Wohnung auf. Es fand sich die Tatwaffe, eine Mauser K98, und die dazugehörige Munition.

Doch das Tatmotiv gibt den Ermittlern Rätsel auf. Nachbarn erzählen, F., der als Bauarbeiter tätig war, sei seit Tagen auffällig gewesen. „Plötzlich lärmte er, stieß mit dem Besenstiel gegen die Decke und trank wohl auch“, sagte ein Nachbar. Das Ganze ging so weit, dass der Sprecher im Haus eingeschaltet wurde, er solle mal mit ihm reden. Offenbar machte Ferdinand F. eine Lebenskrise durch: Seine Frau hatte ihn erst vor wenigen Wochen verlassen, der erwachsene Sohn war aus dem Haus. Eine Beziehungstat kommt aber nicht in Frage, wie es hieß. 

Der in die geschlossene Abteilung einer psychiatrischen Klinik eingewiesene 62-Jährige hat sich nach den Polizeiangaben bisher nicht zur Tat geäußert. Er wohnt in unmittelbarer Nähe des Tatorts. Die Kripo ist zuversichtlich, die Wirtin des „Hex-Hex“ bald zum Tathergang befragen zu können. 

Markus Christandl

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