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Familie und Freunde nehmen Abschied

Trauriger Abschied von Stalking-Opfer Anna (†26)

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Die Leiche von Anna lag auf dem Beifahrersitz des BMW. 

Sie versuchte sich mit einem Kontaktverbot zu schützen, doch ihr Ex-Freund brachte sie um und stürzte sich dann von einer Autobahnbrücke an der A3.

Aschaffenburg - Sinnlos wurde das Liebste aus unserem Leben genommen“: Mit diesen ergreifenden Worten verabschiedet sich in einer Traueranzeige die Familie von Krankenschwester Anna H. (†26), die vor zwölf Tagen auf der A3 im Spessart von ihrem Ex-Freund (†31) erstochen wurde, bevor sich dieser von der Haseltalbrücke selbst in den Tod stürzte. Als „liebenswürdig, froh und warmherzig“ schildern Arbeitskollegen aus dem Aschaffenburger Klinikum ihre verstorbene Kollegin. „Ihr tragischer Tod hat eine kaum zu ertragende Lücke aufgerissen“, heißt es in einer weiteren Traueranzeige, die am Donnerstag im Main-Echo erschien. 

Die Traueranzeige für Anna. 

Doch nur die Eingeweihten kennen die tragischen Hintergründe dieses Falles, der am 9. April auch zu einer mehrstündigen Sperrung der Autobahn zwischen Würzburg und Aschaffenburg führte. Denn nur zwei Tage vor der Bluttat hatte Anna H. beim Amtsgericht Aschaffenburg ein Kontaktverbot gegen ihren gewalttätigen Ex-Freund beantragt. 

Mitte März war der spätere Täter nach einem häuslichen Streit bereits aus der gemeinsamen Wohnung verwiesen worden. Am 6. April dann der nächste Übergriff. Polizeihauptmeister Philipp Hümmer: „Der 31-Jährige nötigte die Frau, ihren Pkw anzuhalten. Diese verständigte die Polizei. Eine Gefährderansprache wurde durchgeführt.“ Schon tags darauf wollte Anna H. das schon im März verhängte Kontaktverbot erneuern lassen. Doch das Gericht ihrer Heimatstadt lehnte einen Beschluss nach dem Gewaltschutzgesetz „mangels Antragsvoraussetzungen“ ab. 

Fest steht inzwischen: Anna H. starb in ihrem eigenen Auto. Wie sie allerdings an jenem Sonntagmorgen auf den Beifahrersitz kam, ob sie von ihrem Ex vor oder während der Fahrt getötet wurde, muss noch ermittelt werden. Polizeisprecher Philipp Hümmer: „Die mutmaßliche Tatwaffe wurde im Fahrzeug sichergestellt.“ 

Der Täter hatte sich selbst schwer an Hals und Handgelenk verletzt, riss sich aber von Ersthelfern los und stürzte sich, wie berichtet, vor deren Augen von der Autobahnbrücke. Und wird sich daher nie für seine Bluttat verantworten müssen…

tz

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