Schwammerl lechzen nach Feuchtigkeit

Wegen des trockenen Sommers: Düstere Aussichten für Pilzesammler

Wer Pilze sucht, braucht gute Augen. Denn viel wächst noch nicht in Bayerns Wäldern.
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Wer Pilze sucht, braucht gute Augen. Denn viel wächst noch nicht in Bayerns Wäldern.

Pilzsammler müssen sich weiterhin gedulden: Durch den heißen und trockenen Sommer ist in Bayerns Wäldern kaum etwas gewachsen. Zumindest nichts, was man essen sollte. Doch es gibt noch Hoffnung.

Nürnberg - Nach Wochen heißer Sommerhitze sieht es düster aus für die Pilzsammler: Ihre Streifzüge durch Bayerns Wälder bleiben weiterhin meistens erfolglos. „Momentan muss man schon ganz genau hinschauen, wenn man etwas entdecken möchte“, sagt Andreas Höcht, Pilzberater der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft in Nürnberg. Was die Pilze dringend bräuchten, sei Regen. „Aber den können wir nun einmal leider nicht selber machen“, sagt Höcht.

Grundsätzlich müssen zwei Bedingungen erfüllt sein, damit Pilze wachsen: Sie brauchen Wärme, am besten 20 bis 25 Grad, und Feuchtigkeit. Bei tropischen Temperaturen und ausbleibendem Regen wollen die Pilze nicht. Genau das ist in diesem Sommer der Fall. In Sachen schlechte Aussichten toppe diese Saison sogar das Jahr 2015, als die Pilzausbeute zuletzt überaus miserabel ausfiel, erinnert sich Andreas Höcht. „2018 ist wirklich ein besonderer Ausreißer.“

Ungesunde Pilze sprießen aus dem Boden

Mit dem Finden von Speisepilzen tun sich die Schwammerlsucher momentan zwar schwer. Dafür könnte es aber mit anderen interessanten Arten klappen - wie Pilzen, die auf Aas sprießen. Dafür braucht es aber einen ausgewiesenen Kennerblick. „Und die sollte man dann wirklich nicht in die Pfanne hauen“, empfiehlt Höcht und lacht.

Da ist es höchste Zeit für den Wetterumschwung, der für dieses Wochenende angesagt ist. „Die Natur lechzt geradezu nach Wasser“, sagt Höcht. „Ich hoffe für alle Schwammerlbegeisterten sehr, dass Petrus seine Schleusen ordentlich öffnet.“ Ob zwei Tage Regenwetter allerdings schon ausreichen, damit Pilze austreiben, bezweifelt er. Das komme ganz auf die Menge an Wasser an, die runterkommt. Die müsste groß sein: Als Höcht vor ein paar Tagen in den Wäldern bei Nürnberg unterwegs war, grub er bis zu 40 Zentimeter tief in den Boden, „und da war es immer noch staubtrocken“.

Es gibt aber noch Hoffnung für alle Schwammerlbegeisterten: Noch ist die Pilzzeit nicht vorbei, bis Mitte Oktober geht die Hauptsaison. Wenn es bis dahin durchregnen würde, wäre das aber ebenso wenig förderlich für das Pilzwachstum wie die derzeitige Hitze - Schwammerl brauchen es schließlich feucht und nicht nass. Falls alle Stricke reißen und weiterhin keine Pilze in der Natur sprießen wollen, dann hat Andreas Höcht noch einen Ratschlag: „Im gut sortierten Supermarkt des Vertrauens wird man bestimmt auch fündig.“

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Johanna Fleckl

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