Trockenheit sorgt für Niedrigpegel

Bayerns Schifffahrt geht das Wasser aus

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Hier ist noch Wasser unterm Kiel: Ein Frachtschiff auf dem Main-Kanal bei Viereth-Trunstadt. Vielerorts in Bayern bremst die Trockenheit die Schifffahrt

Regensburg/Bamberg - Vor allem auf der nicht ausgebauten Abschnitt der Donau zwischen Straubing und Vilshofen kämpft die Schifffahrt mit den niedrigen Pegeln. Teilweise liegen sie unter 1,70 Meter.

Die seit Wochen andauernde Trockenheit bremst die Schifffahrt in Bayern. Sowohl Flusskreuzfahrtschiffe als auch Güterschiffe sind betroffen. Vor allem im nicht ausgebauten Abschnitt der Donau zwischen Straubing und Vilshofen sei der Wasserstand sehr niedrig, teilte der Hafenbetreiber Bayernhafen mit. In Regensburg und Passau müssten Güterschiffe einen Teil ihrer Ladung an Land zwischenlagern oder auf andere Schiffe verteilen, um leichter zu werden.

Die Wassertiefe der Donau betrage in diesem Bereich teilweise weniger als 1,70 Meter, sagte der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Nürnberg, Guido Zander: „Große Flusskreuzfahrtschiffe mit einem Tiefgang von zwei Metern und mehr kommen da nicht mehr durch.“ Urlauber müssen in Bussen weiterreisen und dann in andere Schiffe umsteigen.

Bei Niederalteich steckt ein Güterschiff fest

Kapitäne, die den Niedrigwasserstand unterschätzen, gehen ein Risiko ein: Auf der Donau bei Niederalteich steckt seit vergangener Woche ein Güterschiff fest. Die Stelle wurde für den Schiffsverkehr gesperrt. Denn anders als bei Hochwasser sperren bei Niedrigwasser die Behörden die Wasserstraßen nicht - jeder Kapitän und jede Reederei muss selbst entscheiden, ob die Fahrt fortgesetzt wird.

Auf dem Main können die Schiffe dagegen ungehindert fahren. Hier sind die Wasserstände laut Zander stabil. Naturgemäß gibt es auch auf dem Main-Donau-Kanal keine Probleme, da dort der Wasserpegel von den Behörden immer auf konstantem Niveau gehalten wird. Allerdings wird für den Betrieb der Kanal-Schleusen Wasser aus der Donau entnommen. „Der Schleusenbetrieb ist derzeit aber nicht gefährdet“, betonte Zander. Die Schleusen seien sehr sparsam gebaut: Zweidrittel des Wassers, das für das Herabschleusen eines Schiffes benötigt werde, werde aufgefangen und wieder für das Schleusen bergauf verwendet: Außerdem verkehren wegen der niedrigen Pegel auf der Donau auch weniger Schiffe auf dem Main-Donau Kanal, so dass die Schleusen weniger in Betrieb sind.

An den Bayernhafen-Standorten Aschaffenburg, Bamberg und Nürnberg macht sich zudem der niedrige Wasserstand des Rheins bemerkbar. „Die Schiffe nehmen in Richtung Rhein und der Nordseehäfen weniger Ladung auf als sonst oder kommen mit weniger Ladung vom Rhein an, um ihren Tiefgang dem Wasserstand anzupassen“, teilte das Unternehmen mit.

Wir haben ein Drittel weniger Anlandungen

Flusskreuzfahrten boomen seit einigen Jahren. Im vergangenen Jahr befuhren rund 1200 Flusskreuzfahrtschiffe den Main-Donau Kanal - rund 40 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Ob die niedrigen Wasserstände die Bilanz dieses Jahr ins Wanken bringen werden, konnte Zander noch nicht sagen. Im Nürnberger Hafen, wo die meisten Flusskreuzfahrtschiffe anlegen, gibt es aber bereits einen Rückgang: „Wir haben derzeit etwa ein Drittel weniger Anlandungen als in den Sommermonaten üblich“, sagte Wirtschaftsreferent Michael Fraas. Auf den Tourismus in der Stadt habe dies allerdings keine Auswirkungen: „Die Gäste kommen mit den Bussen ja trotzdem zu uns.“

dpa

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